International
Video belastet Sicherheitskräfte im Beslan-Fall
Massaker danach nicht von Geiselnehmern ausgelöst
Ein erst jetzt veröffentlichtes Video des Geiseldramas von Beslan belastet laut Angehörigen der Opfer die russischen Sicherheitskräfte.
Die Gruppe «Mütter von Beslan» erklärte, gemäss den Bildern hätten nicht die Geiselnehmer, sondern Truppen das Massaker im September 2004 ausgelöst. Demnach schossen die Sicherheitskräfte mit Granaten auf das von den Aufständischen besetzte Schulgebäude in der Stadt Beslan.
«Warum feuerten sie auf die Sporthalle, wo Kinder waren?» fragte die Vorsitzende der Gruppe, Susanna Dudijewa. Die Version der Behörden sei falsch. Der Generalstaatsanwalt antworte nicht auf die Anfragen der Mütter, und bleibe dabei, dass die Sicherheitskräfte keine Schuld treffe.
Im September vor drei Jahren hatten Bewaffnete, denen Verbindungen zu tschetschenischen Separatisten nachgesagt wurden, die Schule Nr. 1 im südrussischen Beslan besetzt und etwa tausend Geiseln genommen. Als die Polizei das Gebäude räumen wollte, kam es zu Explosionen und einem heftigen Schusswechsel. Dabei wurden 331 Menschen getötet, die Hälfte davon Kinder.
Danach gab es heftige Kritik am Vorgehen der Sicherheitskräfte. Bislang wurde aber keiner der Verantwortlichen auf Behördenseite zur Rechenschaft gezogen. Offiziell hiess es stets, es sei alles getan worden, um Menschenleben zu retten.
Erst im Mai hatte ein russisches Gericht drei Polizisten Straffreiheit gewährt, denen fahrlässiges Verhalten bei der Befreiung der Geiseln vorgeworfen worden war. Mit der Entscheidung löste das Gericht Tumulte im Gerichtssaal aus. Der einzigüberlebende Geiselnehmer war schon vor einiger Zeit wegen Mordes verurteilt worden.
(sda/kokb)
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