Schweiz
Militärjustiz kritisiert Medien
Zu viele Experten werten Jungfrau-Drama
War ein Schneebrett oder Fehltritt die Ursache des Bergunfalls an der Jungfrau? Auch zwei Wochen nach dem Unglück ist diese Frage für die Militärjustiz offen. Klar ist nur: Ein Schneebrett ist niedergegangen, wie Beteiligte übereinstimmend bestätigen. Gleichzeitig übt die Militärjustiz Kritik an den Medien und deren Experten.
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«Die Aussagen der acht Überlebenden bestätigen, dass bei dem Unfall oberhalb der ersten Seilschaft ein Schneebrett abgegangen ist», sagte der militärische Untersuchungsrichter Christoph Huber vor dem Medien.
Die Aussagen gäben die unterschiedlichen Perspektiven wieder und seien deshalb nicht deckungsgleich. Es ergäben sich aber auch «keine grundsätzlichen Widersprüche».
Auch der Bericht des Obergefreiten Alain Perusset, keine Lawine bemerkt zu haben, stelle keinen solchen Widerspruch dar, sagte Huber. Laut Spezialisten sei es möglich, dass der Abgang eines Schneebretts gar nicht bemerkt werde.
Nicht festlegen will sich Huber vorerst darauf, ob das Schneebrett die direkte Ursache für den Unfall war. Weiterhin sei auch ein Fehltritt eines Einzelnen oder eine andere Ursache denkbar.
Genauere Erkenntnisse erhofft sich der Untersuchungsrichter aus einem Gutachten des Eidgenössischen Instituts für Schnee und Lawinenforschung, das in einigen Wochen erwartet wird.
Vor den Medien wies die Militärjustiz auch die Kritik an ihrer Arbeit und an der Informationstätigkeit nach dem Drama an der Jungfrau zurück. Sie spielte stattdessen den Ball den Medien zu, die mit wiederholten Fehlinterpretationen für Unklarheiten gesorgt hätten. Die Flut von öffentlichen Expertenmeinungen wertet sie als Problem.
Huber betonte auch die Unabhängigkeit der Militärjustiz. Es gebe «keine Einmischung von ranghöheren Offizieren».
(sda/ap/meip)
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