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Trauerfeier für Jungfrau-Opfer

Dienstag, 17. Juli 2007, 16:37 Uhr, Aktualisiert 20:55 Uhr

Bundesrat Schmid tief erschüttert

An einer Trauerfeier haben Angehörige, Armee- und Regierungsvertreter in Andermatt der sechs an der Jungfrau verunglückten Soldaten gedacht. Bundesrat Samuel Schmid kondolierte im Namen der Regierung.

Pfarrer und Generalvikar stehen vor einer einer Gruppe von Armeeangehörigen im Kirchenschiff.
Durch den Abschiedsgottesdienst führten Marzell Camenzind, Pfarrer Andermatt, und der Generalvikar der Urschweiz, Martin Kopp. (sf)

Er würdigte ihr Andenken und rief zu Respekt, Wahrheit und Vertrauen auf. «Die Schweiz ist erschüttert. Wir alle sind erschüttert»: Bewegt überbrachte Verteidigungsminister Schmid die Kondolenzwünsche des Bundesrates zum Gedenkgottesdienst in der Kirche St. Peter und Paul in Andermatt, wo die Gebirgsspezialisten-RS stationiert ist.

Die wahre Grabstätte der Toten sei das Herz der Lebenden, zitierte Schmid den Dichter Jean Cocteau. «Sie sind uns nahe und wir ihnen. Nur das Schlagen unseres Herzens trennt uns von ihnen.» Die Opfer seien aus dem Kreis ihrer Liebsten gerissen worden, als sie ihre Pflicht als Milizsoldaten erfüllt hätten.

Schmid appellierte an die Pflicht des Andenkens: Die sechs Menschen verloren ihr Leben in einem Umfeld, in welchem sie glücklich waren. Ihre Liebe zu den Bergen hätten sie in den Dienst anderer und in den Dienst des Landes gestellt.

Als weitere Pflicht nannte der Verteidigungsminister die Pflicht des Respekts - angesichts des Schmerzes und der Trauer Angehöriger und Freunde, aber auch angesichts der Betroffenheit der Kameraden und militärischen Vorgesetzten.

Schmid mahnte weiter «nicht zu richten, bevor wir wissen; nicht zu verurteilen, bevor wir die Wahrheit kennen». Aus dem Geschehenen sollten Lehren gezogen werden, sagte Schmid zur Pflicht der Wahrheit und er sprach sich für Vertrauen in Institutionen, Justiz und Armee aus.

Korpskommandant Luc Fellay, Chef Heer, nannte den Verlust der jungen Männer zerreissend, schmerzlich, unverständlich und ungerecht. Auf dem Bergpfad hätten sie das Geheimnis ihrer letzten Schritte in die Tiefe genommen.

Schulkommandant Franz Nager sagte, die Plätze der Verstorbenen in der Kaserne seien leer. Sie lebten in den Herzen aller aber weiter.

Durch den Abschiedsgottesdienst führten Marzell Camenzind, Pfarrer Andermatt, und der Generalvikar der Urschweiz, Martin Kopp. Antoine Salina, Chorherr von St. Maurice, hielt die Predigt.

Für jeden der Verunglückten - Wachtmeister Cédric Janz sowie die Rekruten Théophile Baillifard, Bojan Buchs, Xavier Fellay, Philippe Gay-Balmaz und Carlo Zurbriggen - wurde eine Kerze entzündet. Der Trauerfeier wohnten auch Armeechef Christophe Keckeis bei sowie Delegationen der Kantone Wallis, Waadt und Freiburg, aus denen die Verstorbenen stammten.

(sda/ap/hues)