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Gut ausgebildete Gebirgsspezialisten

Donnerstag, 12. Juli 2007, 18:43 Uhr, Aktualisiert 20:20 Uhr

Alpintechnische Eignungsprüfung für Anwärter

Die Ausbildung zum Gebirgsspezialisten in der Schweizer Armee setzt bei den angehenden Rekruten bereits vertiefte alpinistische Kenntnisse voraus. Nach Auffassung von Divisionär Fred Heer haben die Verunglückten aber keinen Risikojob gemacht.

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Auf der Übung für die Führung einer Seilschaft hätten sie getan, «was tausende in unseren Bergen machen», sagte Heer.

Die angehenden Gebirgsspezialisten seien auf der Normalroute zur Jungfrau unterwegs gewesen, sagte der Stellvertreter des Kommandanten Heer.

So wie er es heute beurteile, seien sie dabei kein zu grosses Risiko eingegangen. Es sei vermessen, vom Boden aus zu beurteilen, ob die Lage für die Übung zu gefährlich gewesen sei oder nicht. Dies müsse nun die militärgerichtliche Untersuchung zeigen. Gleiches gelte für die Frage, ob vor der Tour die Lawinengefahr abgeklärt und richtig eingeschätzt worden sei.

Es sei auch nicht so, dass die Rekruten von ihren Ausbildnern im Stich gelassen worden seien. Sie hätten sich am Ende ihrer Ausbildung befunden und seien deshalb in der Lage gewesen, eine Seilschaft selbst zu führen.

Hoch- und Klettertouren sind Teil der Rekrutenschule und der Wiederholungskurse. Ein bestandener Gruppenleiterkurs im Sportfach Bergsteigen und/oder Skitouren bei Jugend und Sport ist der erste Schritt zur Ausbildung als Gebirgsspezialist. Dies ist der Homepage des Kompetenzzentrums Gebirgsdienst der Armee in Andermatt (UR) zu entnehmen.

Anwärter für die Rekrutenschule müssen eine alpintechnische Eignungsprüfung bestehen. Nach einer infanteristischen Grundausbildung bilden sie sich in Alpintechnik weiter - und zwar sowohl für Sommer- als auch für Wintereinsätze. Sie lernen dabei auch, organisierte und improvisierte Rettungen durchzuführen.

Rettungen im Hochgebirge oder im unwegsamen Gelände gehören denn auch zur breiten Aufgabenpalette der Gebirgsspezialisten. Hier können sie auch subsidiär, also bei zivilen Unglücken, zum Einsatz kommen. Gebirgsspezialisten machen aber auch schwieriges Gelände für andere Truppengattungen begehbar.

Die Rekrutenschulen dauern 21 Wochen. Sie beginnen zweimal jährlich im März und im November. Je nach Eignung erlangt der Gebirgsspezialist noch fehlende Gruppenleiterberechtigungen in den Sportfächern Sportklettern, Skitouren oder Bergsteigen in Zusammenarbeit mit Jugend und Sport.

Im ersten Wiederholungskurs muss der Gebirgsspezialist eine Prüfung ablegen, um die Hochgebirgsauszeichnung zu erlangen. Damit sie diese Hürde auch nehmen können, absolvieren die Teilnehmer der Sommer-RS ihren ersten Wiederholungskurs im Winter - und umgekehrt.

(sda/hesa/sidd)