Schweiz
«Es fehlen 5000 Ausbildungsplätze»
Keine Entspannung auf dem Lehrstellenmarkt
Der Schweizerische Gewerkschaftsbund fordert 5000 zusätzliche Lehrstellen. Für sozial benachteiligte Jugendliche und Betriebe, die neu Ausbildung anbieten, wird eine besondere Förderung verlangt.
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Mit neuen Berufsbildungsfonds in den Branchen und Kantonen sollen die anfallenden Kosten auf alle Betriebe verteilt werden.
Der Lehrstellenmarkt habe sich auch nach zwei Jahren Aufschwung noch nicht entspannt, erklärten Vertreter des Schweizerischen Gewerkschaftsbunds (SGB). Zwar seien zusätzliche Ausbildungsplätze geschaffen worden. Zu oft aber werde der immer noch wachsenden Zahl von Neuntklässlern der berufsbildende Anschluss nicht gesichert.
«Es dürfen dieses Jahr keine Volksschulabgänger auf der Strecke bleiben», sagte SGB-Zentralsekretär Peter Siegrist. Es brauche deshalb diesen Sommer mindestens 5000 zusätzliche Angebote an beruflicher Grundbildung.
Die nötigen Investitionen lohnten sich in jeder Hinsicht. Der SGB fordert dazu besondere Betreuungsmassnahmen für besonders gefährdete Schüler. Sie sollten nicht in Brückenangebote, sondern direkt in die berufliche Grundbildung mit eidgenössischem Attest geschleust werden.
Das Betreuungsangebot soll aber nicht nur auf die Jugendlichen ausgerichtet sein, sondern auch auf die Betriebe, vor allem die, die neu Ausbildungsplätze anbieten. Wenn die Betriebe wüssten, dass die Jugendlichen von einer Drittperson betreut würden und auch sie selbst auf Unterstützung zählen könnten, werde die Bereitschaft steigen, Lehren anzubieten.
Zur Finanzierung dieser Betreuung verlangt der SGB mehr Berufsbildungsfonds in den Branchen und den Kantonen. Solche Fonds gibt es bisher in neun Branchen und fünf Westschweizer Kantonen.
Darin zahlen alle Betriebe der Branche beziehungsweise des Kantons ein, also auch die, die keine Ausbildungsplätze anbieten, und werden so an den Ausbildungskosten beteiligt.
Schliesslich fordert der Gewerkschaftsdachverband auch Massnahmen gegen die Diskriminierung ausländischer Jugendlicher. Mit dem vorgeschobenen Verweis auf Betriebstauglichkeit würden ausländische Jugendliche, insbesondere etwa aus dem ehemaligen Jugoslawien oder der Türkei, benachteiligt.
Die Kantone sollten deshalb in den obligatorischen Basiskursen für Berufsbildner ein Modul einführen, das für solche Diskriminierung jugendlicher Migranten sensibilisiere und Werkzeuge für das Selektionsverfahren zur Verfügung stelle.
(ap/sidd)
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