Schweiz
Gastrobranche will mit der Zeit gehen
Das Drei-Gang-Menü hat ausgedient
Dem traditionellen Restaurant-Menü könnte bald das letzte Stündchen schlagen: Die Schweizer Gastronomie will auf die zunehmend wählerischen und Individualität suchenden Gäste reagieren. Das Rezept für die Zukunft heisst «Food-Moduling».
Artikel bewerten
Artikel teilen
Das Drei-Mahlzeiten-Denken ist passé; gegessen wird überall und jederzeit. Viele Menschen haben ihren Tagesrhythmus völlig umgestellt, sie sind gesundheitsbewusst und sehr unstet in ihren Wünschen, sagte Klaus Künzli, Zentralpräsident des Branchenverbandes GastroSuisse.
Der «Durchschnitts-Gast» sei heute schon fast tot. An seine Stelle trete ein schwer kategorisierbarer Ich-Gast. Um diesem tiefgreifenden Nachfragewandel zu begegnen, hat GastroSuisse die «Strategie Orange» erarbeitet.
Damit will der Verband die über 30'000 Schweizer Gastronomiebetriebe «wachrütteln», wie Künzli sagte. «Wer als Anbieter kein klares Profil (Spezialisierung, Spezialität, Einmaligkeit) aufweist, hat in Zukunft kaum eine Chance auf Erfolg. Die Mitte der Branche - Betriebe, die alles für alle anbieten wollen - bricht weg», sagte Studienautor Daniel Jung.
Der «Ich-Gast» sei sich zudem von den interaktiven und personalisierten Medien freie Wahl gewohnt. «Das Essverhalten entwickelt sich weg vom Drei-Mahlzeiten-Denken hin zur maximalen uneingeschränkten Wahlfreiheit.»
Die Gastro-Ikone Menü muss sterben, forderte Jung. Dies führe dazu, dass sowohl die Folge Vor-, Haupt- und Nachspeise, als auch der Umfang der Menüteile mit Schwerpunkt Hauptspeise aufgegeben werden müssten.
An ihre Stelle tritt gemäss «Strategie Orange» das Food-Moduling mit gleichwertigen Komponenten. Daraus kann der Gast frei wählen und kombinieren, die Reihenfolge wird ihm überlassen, sagte Jung.
So lasse sich der Sortimentsumfang und damit Kosten minimieren bei gleichzeitiger Maximierung der Wahlfreiheit für den Gast. Denn bislang gebe es für den Gast beispielsweise bei vier verschiedenen Vorspeisen und vier Hauptgängen 16 Kombinationsmöglichkeiten. Treten an diese Stelle acht Food-Module, so entstünden 28 mögliche Kombinationen.
Dies sei auch für kleinere Anbieter interessant, die keinen Self-Service anbieten können. Für Küche und Service bringe das Food-Moduling allerdings eine zusätzliche Belastung. Dies erhöhe nicht unbedingt die Endpreise, «vielleicht ist es dem Gast aber mehr Wert», sagte Jung.
Das Food-Moduling ist nur einer von 12 Punkten der «Strategie Orange», welche für Gastrounternehmer als Büchlein verkauft wird. Zur Profilierung und Positionierung gehören unter anderem auch die Inszenierung des Angebotes, Raum und Rahmen, Öffnungszeiten, Events und nicht zuletzt Preis- und Konditionspolitik sowie Gast und Mitarbeiter.
Er erwarte nicht, dass es nun in Kürze zu einer Revolution der Schweizer Gastronomie komme, sagte Verbandspräsident Künzli. Der Nachfragewandel sei aber Tatsache. Orange stehe als Signal für Aufbruch und dass ein Problem wie die Frucht in Schnitze und damit in verdaubare Häppchen aufteilbar sei.
(sda/horm)
Meldungen im Tagesverlauf
- Weltraumtechnik: Schweizer Firmen entwickeln mit
- Atomausstieg – Bund plant 800 grosse Windkraftanlagen
- Gift-Schlangen in der Schweiz: Gefährliche Mitbewohner
- Heli-Absturz im Berner Oberland – 3 Tote
- Kloten-Präsident Bircher präsentiert Investorengruppe
- Womit uns Mutter Natur letztes Jahr überrascht hat
- FC Zürich holt Mario Gavranovic
- Capelli erfüllt Olympia-Selektionskriterien
- Atomstreit: Neue Gespräche mit dem Iran vereinbart
- Parallelimporte: Millionenbusse der Weko für BMW
- Nun ist immerhin klar, was eine Zweitwohnung ist
- Sportverbände sagen Ja zu Bündner Olympia-Plänen
- Erb muss das Schloss Eugensberg zurückgeben
- KOF-Leiter: Euro-Ausstieg Griechenlands würde auch Schweiz treffen
- Käser und Liess im Final geschlagen
- Weder Strahlentote noch Krankheiten nach Fukushima


Heli-Absturz im Berner Oberland – 3 Tote
Erb muss das Schloss Eugensberg zurückgeben
Nun ist immerhin klar, was eine Zweitwohnung ist
Atomausstieg – Bund plant 800 grosse Windkraftanlagen
Weltraumtechnik: Schweizer Firmen entwickeln mit
Gift-Schlangen in der Schweiz: Gefährliche Mitbewohner
Womit uns Mutter Natur letztes Jahr überrascht hat
Abgestuft: Spaniens Banken in der Ratingfalle
Wirtschaftsspionage: Ems Chemie kritisiert Bundesanwaltschaft
Griechisches Parlament aufgelöst
EU-Parlament zeigt wenig Verständnis für die Schweiz
Inder und Saudis kaufen bei Pilatus Flugzeuge ein
Ausschaffungs-Initiative: Bundesrat schwenkt auf Automatismus ein


















