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Blocher rügt Zürcher Kantonalbank

Samstag, 23. Juni 2007, 14:10 Uhr, Aktualisiert 14:52 Uhr

Vorfälle im Fall Sulzer sind «inakzeptabel»

Bundesrat Christoph Blocher kritisiert das Vorgehen der Zürcher Kantonalbank (ZKB) im Fall Sulzer. Die Staatsgarantie der Kantonalbanken solle zudem abgeschafft werden. Die Angriffe ausländischer Investoren auf Schweizer Unternehmen sieht Blocher nicht nur negativ.

Porträt von Christoph Blocher. Er hält gestikulierend die Hände vors Gesicht.
Justizminister Christoph Blocher geht mit der ZKB hart ins Gericht. (keystone)

«Dass die Zürcher Kantonalbank mithilft, die Meldepflichten zu umgehen, wie dies im Fall Sulzer anscheinend passiert ist, ist inakzeptabel», sagte Bundesrat Christoph Blocher dem «Tages-Anzeiger».

Die Bank habe inzwischen aber die Konsequenzen gezogen und das oberste Management ausgewechselt.

Dass Schweizer Industrieunternehmen ins Fadenkreuz ausländischer Investoren gelangen, stört Blocher nicht. Das dürfe man nicht dramatisieren, sagte der Justizminister. Finanzinvestoren übernehmen seiner Ansicht nach meistens unterbewertete Firmen. Es könne sein, dass diese schlecht geführt seien, sagte Blocher.

Zur Stellung der Kantonalbanken sagte Blocher, dass die Staatsgarantie abgeschafft werden solle. Doch man dürfe sich nichts vormachen: Wenn der Kanton Eigentümer bleibe und der Bank etwas passiere, werde der Staat - als Eigentümer - faktisch trotz allem haften müssen.

«Wir sollten alle Betriebe des Bundes, die im Wettbewerb stehen, privatisieren», sagte Blocher weiter. Bei der Swisscom erachte er diesen Schritt für besonders dringlich. Sie brauche mehr Freiheit. Die Post sei zu privatisieren, sobald das Monopol vollständig falle. Bei den SBB ergebe dieser Schritt dagegen keinen Sinn. Man könne nicht drei Eisenbahnlinien in Konkurrenz zwischen Zürich und Bern betreiben.

(sda/ap/meip)