Schweiz
Vorfahrt für Landessprachen in der Schule
Bundesrat gegen Gefährdung der Lösung der Kantone
Der Nationalrat geht auf Konfrontationskurs mit den Kantonen. Im Rahmen des neuen Sprachengesetzes hat er beschlossen, dass die erste in der Schule unterrichtete Fremdsprache eine Landessprache sein soll.
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Obwohl sich alle bürgerlichen Fraktionen ausser der EVP/EDU mehrheitlich gegen den Antrag der Bildungskommission ausgesprochen hatten, war das Ergebnis mit 112 zu 56 Stimmen deutlich. Zahlreiche Rednerinnen und Redner und auch Bundesrat Pascal Couchepin hatten davor gewarnt, die Lösung der Kantone zu gefährden.
Diese hatten im erst letzte Woche genehmigten HarmoS-Konkordat nach Jahren des Ringens einen Sprachenkompromiss verabschiedet. Darin wird der Fremdsprachenunterricht koordiniert, die Einstiegssprache aber regional festgelegt.
Dem Entscheid des Nationalrats zur ersten Fremdsprache war eine lange und heftige Eintretensdebatte vorausgegangen. Der Bundesrat und eine rechte Minderheit wehrten sich gegen das ihrer Meinung nach unnötige Gesetz und die damit verbundenen zusätzlichen Subventionen von rund 15 Millionen Franken.
Die Vorlage hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Im April 2004 hatte der Bundesrat einen beschlussreifen Entwurf aus Spargründen zurückgezogen. Aufgrund einer Einzelinitiative nahm die Bildungskommission diese Arbeiten aber wieder auf und legte Mitte 2006 einen Gesetzesvorschlag vor.
(sda/hesa)
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