Vermischtes
Die neue Zürcher Bibel ist vollendet
«Verbindung von Genauigkeit mit Eleganz»
Die neue Zürcher Bibel ist nach 23 Jahren Übersetzungsarbeit vollendet. Im Rahmen einer feierlichen Vernissage im Grossmünster wird sie am Sonntag der Öffentlichkeit vorgestellt. Die aktuelle Übersetzung ersetzt den «Klassiker» aus dem Jahr 1931.
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Eine besondere Herausforderung war, die Texte zwar zeitgemäss zu übersetzen, sie aber nicht zu verfälschen und ihre Eigenart als Dokumente einer längst vergangenen Zeit zu erhalten.
Ziel sei nicht gewesen, die Bibel in heutige Alltagssprache zu übersetzen, betonte der an der Übersetzung beteiligte Germanist Johannes Anderegg. Dies hätte den Urtexten nicht entsprochen, die «kultische, ganz artifizielle Texte» waren.
Korrigiert wurden Wendungen, die heute missverständlich wären sowie unzeitgemässe Ausdrücke aus früheren Übersetzungen. So spricht die neue Bibel beispielsweise nicht mehr von einem «entehrten Weib», sondern unmissverständlich von einer «vergewaltigten Frau».
Insgesamt habe man versucht, «die Genauigkeit des Gedankens mit der Eleganz der Sprache zu verbinden», sagte Mitübersetzer Herbert Kohler. Möglichst sparsam blieb man mit Interpretationen, wie Kirchenratspräsident Ruedi Reich sagte: Wo im Urtext eine Auslegung offen blieb, liess man dies so.
Die neue Bibel erscheint in verschiedenen Ausgaben, darunter eine Kunstbibel mit Schriftbildern des Schweizer Künstlers Samuel Buri. Zu jedem biblischen Buch gibt es eine Einleitung mit grundlegenden Informationen zu den geschichtlichen, theologischen und literarischen Hintergründen. Dazu kommt jeweils ein Glossar zu wichtigen Begriffen und Stichwörtern.
Für Interessierte erscheint zusammen mit der Neuübersetzung das Begleitwerk «bibel(plus)». Es versteht die Bibel als «unbekannte Landschaft», die es zu entdecken gilt. Zusammengesetzt ist «bibel(plus)» aus mehreren Teilen, darunter ein fünfteiliges CD-Set.
Und schliesslich wurde von einer eigens eingesetzten Frauenlesegruppe eine Publikation zur Bibel aus feministischer Sicht erarbeitet. Sie erscheint in einigen Wochen unter dem Titel «... und ihr werdet mir Söhne und Töchter sein».
Herausgegeben wird die Bibel vom Kirchenrat, verlegt vom Theologischen Verlag Zürich. Die Übersetzungskosten von rund vier Millionen Franken trugen laut Reich zum grössten Teil die Zürcher Reformierten. Beiträge kamen zudem von anderen Deutschschweizer Kirchen - auch von katholischer Seite - und von Stiftungen.
(sda/bers)
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