Inhalt

International

Extreme Klimaverhältnisse fordern viele Tote

Dienstag, 12. Juni 2007, 18:14 Uhr

Hitzwelle und Unwetter

Eine Hitzewelle in Indien und Pakistan hat in den vergangenen Tagen mehr als 150 Menschenleben gefordert. In Bangladesch und Südchina starben unterdessen bei Unwettern mindestens 175 Menschen.

Ein weisses Auto fährt durch eine überflutete Strasse.
In der Hafenstadt Chittagong in Bangladesh tobten heftige Unwetter. (reuters)

Bei Temperaturen von bis zu 45 Grad starben allein in Neu Delhi ein Dutzend Menschen. In der indischen Hauptstadt stieg der Stromverbrauch auf einen neuen Rekord, da überall die Klimaanlagen auf Hochtouren liefen. Am Dienstag sanken die Temperaturen minimal auf 41 Grad.

Im benachbarten Pakistan wurde in der Provinz Baluchistan der Rekordwert von 52 Grad Celsius gemessen. Der Höhepunkt der Hitzewelle ist Meteorologen zufolge jedoch erreicht. Bald sei wieder mit «normalem Juni-Wetter» zu rechen.

Nach den heftigen Unwettern in Bangladesch wurden noch 23 Menschen vermisst, teilten die Behörden mit. In der Hafenstadt Chittagong wurden 20 weitere Leichen aus den Erd- und Schlammmassen geborgen, die zahlreiche Wohnhäuser unter sich begraben hatten.

In der Fünf-Millionen-Stadt stieg die Opferzahl somit auf 102, die Behörden befürchten weitere Tote. «Je tiefer wir graben, desto mehr Leichen finden wir», sagte ein Helfer. Bei Blitzschlägen und Überschwemmungen kamen in anderen Landesteilen 25 Menschen ums Leben.

Erneut einsetzender Regen behinderte die Rettungsarbeiten in Chittagong massiv. Der Hafen wurde zum Katastrophengebiet erklärt und der Schiffsverkehr vorübergehend eingestellt. Der Monsun war wegen eines der stärksten Stürme über dem Golf von Bengalen seit Jahrzehnten besonders heftig.

Mehr als 10'000 Chinesen mussten in der südlichen Provinz Guangdong ihre Heimatdörfer verlassen, damit ein nahe gelegener Fluss durch die evakuierten Ortschaften umgeleitet werden konnte. Nach offiziellen Angaben sollen damit weitere Überflutungen und Erdrutsche verhindert werden.

Am Fluss Hanjiang leben etwa 2,5 Millionen Menschen, er hatte Anfang der Woche seinen höchsten Stand seit 50 Jahren erreicht. Durch das Unwetter im Süden Chinas wurden bereits mehr als 788'000 Chinesen obdachlos. Die Überflutungen und Erdrutsche hatten seit vergangener Woche mindestens 76 Menschenleben gefordert.

(sda/bosy)