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International

Polizei will Blockaden vor G8-Gipfel räumen

Mittwoch, 6. Juni 2007, 11:57 Uhr, Aktualisiert 21:01 Uhr

9000 Demonstranten am Sicherheitszaun

Die Polizei hat die Räumung der Strassenblockaden rund um den G8-Tagungsort Heiligendamm angekündigt. «Wir werden die Versammlungen auflösen», sagte ein Polizeisprecher.

Ein Demonstrant steht vor einem Plakat mit der Aufschrift G8 und hat die linke Hand zur Faust geballt.
G8-Gegner blockierten zeitweilig auch den Flughafen Rostock Laage. (keystone)

Die Polizei werde aber deeskalierend vorgehen und auch den Grundsatz der Verhältnismässigkeit wahren. Insgesamt befänden sich noch rund 9000 Demonstranten im Bereich des Sicherheitszauns.

Die Demonstranten hatten mehrere Zufahrtsstrassen nach Heiligendamm blockiert, auch am Flughafen Rostock-Laage hatte es mehrere Blockaden gegeben. Bei den Zusammenstössen mit Demonstranten wurden den Angaben zufolge mindestens acht Polizisten verletzt. Entgegen ersten Angaben mussten sie aber nicht mit Hubschraubern ausgeflogen werden, sondern konnten vor Ort versorgt werden.

Über verletzte Demonstranten war zunächst nichts bekannt. Einer der beiden Kontrollpunkte am Sicherheitszaun in Heiligendamm wurde unterdessen wieder geöffnet. Damit war der G8-Tagungsort nach mehreren Stunden wieder auf dem Landweg erreichbar.

Die rechtsextreme NPD darf am Donnerstag nicht wie geplant in Rostock demonstrieren. Die G8-Polizeieinheit «Kavala» hat die Veranstaltung unter dem Motto «Für Meinungs- und Versammlungsfreiheit. Nein zur Gewalt» verboten.

Am Samstag hatten mehrere hundert Rechtsextremisten in Berlin und in mehreren norddeutschen Städten gegen den G8-Gipfel demonstriert. Etwa 100 Personen liefen mit Fahnen und Plakaten - teils mit NPD-Zeichen - durch das Brandenburger Tor.

Die Polizei hat bis Mittwoch im Zusammenhang mit den Protesten gegen den G8-Gipfel 208 Strafverfahren eingeleitet. 232 Personen sind festgenommen worden, 296 wurden in Gewahrsam genommen, wie der Polizeisprecher in Rostock mitteilte.

Ein erster Täter stand bereits am Dienstag vor Gericht: Ein Steinwerfer wurde vom Amtsgericht Rostock zu zehn Monaten Gefängnis ohne Bewährung verurteilt. Im Laufe der Woche sollen weitere Verdächtige in Rostock vor Gericht gestellt werden.

(sda/ap/bers/kons)