Vermischtes
Aufruf zur Ausrottung von Ambrosia
Nationale Ausreiss-Aktion am 25. Juni
Die Pflanze Ambrosia, die bei Menschen schwere Allergien auslösen kann, soll am 25. Juni an einem nationalen Ausreiss-Tag bekämpft werden. Denn sollte sich Ambrosia unkontrolliert ausbreiten, würde sie zu einem «grossen gesundheitlichen Problem, zu einer Gefahr auch für Landwirtschaft und Pflanzenvielfalt werden».
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Dies teilen die Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil ACW, MeteoSchweiz, das Schweizerische Zentrum für Allergie, Haut und Asthma (aha!) und die Schweizerische Gesellschaft für Aerobiologie in einem gemeinsamen Communiqué mit.
Bei der Bekämpfung von Ambrosia sind gemäss Mitteilung «alle gefordert»: Hausbesitzer, Hobbygärtner, professionelle Gartengestalter, zuständige Fachstellen und Interessenverbände sowie Behördenvertreter auf allen Ebenen.
Als «effizienteste und kostengünstigste Bekämpfungsart» wird das «systematische Ausreissen» der Pflanze empfohlen. Im Juni sei der Zeitpunkt ideal. Dann seien die Ambrosia-Keimlinge gross genug, um sie zu identifizieren, und die Pflanzen setzten noch keine Pollen frei.
Deshalb habe man die nationale Ausreiss-Aktion auf den 25. Juni angesetzt. Vor der Pollenbildung kann die Pflanze mit Handschuhen gefahrlos ausgerissen werden. Nach Beginn der Pollenproduktion wird ein einfacher Atemschutz, zum Beispiel eine Feinstaubmaske, empfohlen. Die Ambrosia-Blütezeit dauert von Mitte/Ende Juli bis Oktober.
Die Ambrosia - auch Traubenkraut genannt - stammt ursprünglich aus Nordamerika. Sie gefährdet nicht nur die Umwelt, sondern ist auch ein Gesundheitsrisiko. Ihr Blütenstaub löst bei vielen Menschen allergische Reaktionen aus, die von Heuschnupfen und Augenbrennen über Hautausschläge bis zu Asthma und Atemnot reichen können.
Untersuchungen der Allergiestation des Universitätsspitals Zürich sowie Studien an über 5800 Personen zeigen gemäss Mitteilung, dass in der Schweiz 8 Prozent der untersuchten Bevölkerung auf Ambrosiapollen sensibilisiert sind. Bei Patienten mit bestehender Pollenallergie seien es sogar 21 Prozent.
Gehe man künftig von rund 300'000 Ambrosia-Allergikern in der Schweiz aus, würde das Gesundheitssystem nach vorsichtigen Schätzungen mit Mehrkosten zwischen 10 und 30 Millionen Franken belastet.
Im Jahr 2000 wurde die Pflanze in der Schweiz erstmals auf Äckern im Kanton Genf festgestellt. Danach breitete sie sich im Tessin aus und wurde vermehrt auch auf der Alpennordseite gesichtet. Der Samen der Pflanze wird hauptsächlich als Verunreinigung im Vogelfutter, mit Erd- und Aushubtransporten sowie bei der Bearbeitung des Bodens verbreitet.
Im Juli 2006 wurde eine Melde- und Bekämpfungspflicht für Ambrosia in der Pflanzenschutzordnung verankert. Viele Gemeinden haben mittlerweile Ambrosia-Verantwortliche.
(sda/ap/stom)
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