International
Sarkozy von Merkel in Berlin empfangen
Arbeitsgespräch und erstes gemeinsames Abendessen
Bundeskanzlerin Angela Merkel und der neue französische Präsident Nicolas Sarkozy wollen die Bemühungen um eine EU-Verfassung mit vereinten Kräften vorantreiben. «Die erste dringende Aufgabe ist, Europa aus seiner Lähmung zu befreien», sagte Sarkozy bei seinem Antrittsbesuch bei Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin.
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Merkel sagte, man wolle den Verfassungsprozess «in einer sehr, sehr engen Abstimmung» voranbringen. Bereits bei ihrem ersten Gespräch im Kanzleramt sollte das weitere Vorgehen Thema sein.
Sarkozy bekannte sich mit deutlichen Worten zur zentralen Bedeutung der deutsch-französischen Freundschaft für sein Land. «Ich möchte der deutschen Regierung und der deutschen Bevölkerung sagen, dass für Frankreich die deutsch-französische Freundschaft heilig ist. Nichts wird diese Freundschaft in Fragestellen.»
Sarkozy traf nur sechs Stunden nach der Amtsübernahme in Berlin ein. Im Ehrenhof des Kanzleramts wurde er mit militärischen Ehren empfangen. Der französische Präsident begrüsste Merkel mit einer herzlichen Umarmung und zwei Wangenküssen. Sarkozys Vorgänger Jacques Chirac hatte Merkel stets mit Handkuss begrüsst.
Merkel bedankte sich für den schnellen Besuch Sarkozys in Berlin. Die Geste mache deutlich, dass Deutschland und Frankreich einander brauchten. «Es ist ein Zeichen für die grossartige deutsch-französische Freundschaft», sagte die Kanzlerin.
Die enge Zusammenarbeit sei vor dem Hintergrund der Geschichte beider Länder ein «Wunder». Sie wolle die Kooperation fortsetzen und intensivieren - auch im Geiste Europas.
Nach der Begrüssung kamen Merkel und Sarkozy zu einem ersten Gespräch zusammen. Anschliessend war ein Essen geplant. «Wir werden heute schon arbeiten, weil wir eine Menge Aufgaben haben», betonte Merkel.
Sie wies auf das Ziel hin, die EU bis zur Europawahl 2009 auf eine neue vertragliche Grundlage zu stellen. Sie zeigte sich sicher, dass es bereits beim nächsten EU-Gipfel im Juni Fortschritte geben werde.
Sarkozy sprach Merkel als EU-Ratspräsidentin sein volles Vertrauen aus. Es sei sehr wichtig, dass Deutschland und Frankreich in der Europapolitik zusammenarbeiten. Der französische Präsident forderte, die anstehenden Fragen in der EU schnell anzugehen.
«Zulange zu warten heisst, dass die Dinge nur noch viel komplizierter werden», betonte er. «Wir müssen gemeinsam vorangehen.» Als zweites wichtiges Thema der deutsch-französischen Zusammenarbeit nannte Sarkozy die wirtschaftlichen Fragen. Konkret erwähnte er die Sanierung des Flugzeugbauers EADS.
(ap/kers/)
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