International
21 Kanonenschüsse für Sarkozy
Zeremonie für Machtübergabe im Élyséepalast
Begleitet von Salutschüssen hat Nicolas Sarkozy von Jacques Chirac das französische Präsidentenamt übernommen. In seiner Rede nach dem Amtsantritt versprach der neue Staatschef die Franzosen zu einen.
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«Ich werde die Unabhängigkeit Frankreichs bewahren. Ich werde die Identität Frankreichs verteidigen», gelobte der 52-jährige Konservative im Pariser Élysée-Palast. Zur Amtsübergabe wurden vor dem Pariser Invalidendom 21 Salutschüsse abgefeuert.
Sein 22 Jahre älterer Vorgänger hatte Sarkozy zuvor bei der Amtsübergabe den Geheimcode für die französischen Nuklearwaffen anvertraut - ein Privileg des Präsidenten der UNO-Vetomacht.
Sarkozy kündigte an, neben dem Thema Europa auch weit reichende innenpolitische Reformen anzugehen, um damit die schleppende französische Konjunktur anzukurbeln.
Bereits mit seinen ersten Amtshandlungen setzte Sarkozy starke Zeichen: Abweichend von der Tradition ehrte er 35 französische Widerstandskämpfer, die 1944 von den Deutschen in Paris hingerichtet worden waren.
Die Wachablösung im Élysee-Palast nach der zwölfjährigen Herrschaft Chiracs markiert zugleich eine historische Zäsur: Sarkozy ist der erste Präsident in der Fünften Republik, der den Zweiten Weltkrieg nicht mehr persönlich erlebt hat.
Zudem lenkt mit dem Sohn eines ungarischen Einwanderers nun erstmals ein Secondo die Geschicke der französischen Nation. Nach der Amtseinführung im Élysée präsentierte sich der neue Präsident später in einer Parade unter freiem Himmel dem Volk: Sarkozy fuhr in einer grossen offenen Staatskarosse die Champs Élysées entlang.
Begleitet wurde er von Motorrädern und der berittenen Republikanischen Garde. Dann legte der Staatschef am Grab des Unbekannten Soldaten unter dem Triumphbogen einen Kranz nieder.
Die erste Auslandsreise im Amt führt den neuen Präsidenten traditionell zum Nachbarn und engsten Verbündeten Deutschland: In Berlin wollte sich Sarkozy noch am Mittwochabend mit Bundeskanzlerin Angela Merkel treffen.
Dabei dürfte auch die Krise der europäischen Verfassung zur Sprache kommen, die die Franzosen vor zwei Jahren mit ihren Nein zum europäischen Grundgesetz mit ausgelöst hatten.
Sarkozy verteidigte die Planungen für eine lagerübergreifende Regierung. Deren Bildung steht für Donnertag an. Dem Kabinett sollen nach seinem Willen nicht nur Vertreter seiner UMP-Partei angehören, sondern auch Zentrumsliberale der UDF und Linke.
Als Premierminister vorgesehen ist Ex-Bildungsminister François Fillon. Erwartet wird auch die Berufung von Ex-Premier Alain Juppé zum Vizepremier mit Zuständigkeiten für nachhaltige Entwicklung, Energie und Verkehr.
Für eine Debatte sorgt die geplante Ernennung des Sozialisten Bernard Kouchner zum Aussenminister, die zugleich das stärkstes Zeichen der von Sarkozy versprochenen politischen Öffnung sein dürfte.
(sda/widb)
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