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Bienensterben bereitet Kopfzerbrechen

Samstag, 21. April 2007, 16:27 Uhr, Aktualisiert 21:04 Uhr

Forscher wollen sich international vernetzen

Die Schweiz ist auf einem guten Weg, das Problem des Sterbens von Bienenvölkern anzugehen. Zu diesem Schluss sind Experten an einer Tagung der Forschungsanstalt Agroscope Liebefeld-Posieux (ALP) in Bern gekommen.

Eine Biene an einer Blumenblüte
Die rund 190'000 Bienenvölker in der Schweiz erbringen einen immensen volkswirtschaftlichen und biologischen Nutzen. (reuters)

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An einer Podiumsdiskussion befassten sich Experten mit dem so genannten «Colony Collaps Disorder»: Bienenvölker entfliegen dem Stock und lassen ihre Nachkommenschaft zurück. Dieses Phänomen trat erstmals in Nordamerika auf. Dort sind gut 70 Prozent der Völker Opfer des rätselhaften Bienensterbens geworden.

In der Schweiz und Europa ist das Phänomen ebenfalls bekannt, aber nicht derart dramatisch wie in den USA. Das rätselhafte Verlassen des Bienenstocks wird schon seit den 1960er-Jahren beobachtet.

Die Experten in Bern waren sich darin einig, dass der «Colony Collaps Disorder» dringend einer Klärung bedürfe, wie die ALP mitteilte. Die Forschung vernetze sich indes international, um gemeinsam dem Problem auf den Grund zu gehen, hiess es.

Die Podiumsteilnehmer waren sich einig, dass die Schweiz deshalb auf gutem Weg sei, sich auf das Problem vorzubereiten. Dies obwohl die Gründe für das Phänomen noch bei weitem nicht geklärt seien.

Einig waren sich die Experten auch darüber, dass die Forschung auch sonst viel Kapazität in die Bekämpfung von Bienenkrankheiten und -schädlingen investieren müsse. So sei etwa in naher Zukunft mit der Einschleppung von neuen Schädlingen wie dem Kleinen Beutekäfer oder der Tropilaelaps-Milbe zu rechnen.

Eine mögliche Erklärung für den «Colony Collaps Disorder» sehen Experten in der Einschleppung der Varroa-Milbe. Dieser Bienenparasit hatte 1984 die Schweiz erreicht. Seither gab es immer wieder einzelne Fälle von Völkersterben.

Es wird deshalb vermutet, dass sich vielleicht von der Varroa-Milbe verbreitete Virus-Erkrankungen ausgedehnt haben könnten oder solche Viren stärker wurden. Weitere Gründe für das Phänomen sehen Experten in Klimaeinflüssen und Pestiziden.

Wie die ALP weiter schreibt, erbringen die rund 190'000 Bienenvölker in der Schweiz einen immensen volkswirtschaftlichen und biologischen Nutzen. Rund 64 Millionen Franken resultieren pro Jahr aus dem Verkauf von Bienenprodukten und rund 300 Millionen Franken aus den Wirkungen der Bestäubungstätigkeit bei Obst und Beeren.

Jeder dritte Bissen Nahrung, den die Menschheit zu sich nimmt, ist laut ALP bestäubungsabhängig. Rund 80 Prozent dieser Bestäubung leistet die Honigbiene, weshalb die Erhaltung einer flächendeckenden Bestäubung für den Menschen auch unmittelbar von grosser Bedeutung ist.

(sda/sidd)