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Droht der Schweiz Super-Dürre?

Donnerstag, 19. April 2007, 16:59 Uhr, Aktualisiert 20.04.2007, 0:16 Uhr

Nach wie vor kein Regen in Sicht

Die Schweiz ist wegen Regenmangels von Trockenheit bedroht. Bleiben auch in den nächsten Wochen ergiebige und flächendeckende Niederschläge aus, muss mit Wassermangel in Gewässern und Böden gerechnet werden.

Eine Tafel weist darauf hin, dass das Entfachen von Feuer verboten ist.
In den Kantonen Tessin, Graubünden und Jura ist das Entfachen von Feuer im Freien verboten. (keystone)

Im Flachland und im Jura war die Niederschlagsmenge seit letzten Oktober durchschnittlich, so SF Meteo. Im Westen und im Süden fiel sogar etwas mehr Regen als sonst. Deutlich unterdurchschnittlich waren die Niederschläge entlang der Voralpen mit 80% des langjährigen Mittels, besonders trocken war es im Norden Graubündens mit nur 60%.

Im April hat sich die Lage nun zugespitzt: Seit Anfang Monat regnete es praktisch nicht mehr. Der letzte Regen fiel Mitte März 2007.

Die Schneemengen im Winter 2006/07 waren vergleichsweise gering. Ende Februar lag teils nur die Hälfte der sonst üblichen Schneemenge. Nur in den Walliser Alpen, am Alpennordhang, im Oberengadin und im Hochgebirge wurde der langjährige Mittelwert erreicht. Wegen der hohen Temperaturen im März und Anfang April setzte die Schneeschmelze auch in höheren Lagen aussergewöhnlich früh ein. Laut Thomas Stucki vom Institut für Schnee- und Lawinenforschung in Davos beträgt die Schneeschmelze aktuell 4 bis 8 Zentimeter täglich.

Die frühe und unergiebige Schneeschmelze wirkt sich negativ auf die Wasserstände der grossen Flüsse und Seen aus. Zwar führen die Flüsse in den Alpen im Moment viel Wasser, der Zufluss aus der Schneeschmelze wird jedoch dieses Jahr voraussichtlich früher versiegen als sonst.

Der Pegel des Bodensees erreichte Anfang März 2007 erstmals seit Monaten wieder ein normales Niveau. Seitdem stagniert der Wasserstand und liegt nun deutlich unter dem langjährigen Mittelwert. Die anderen grossen Schweizer Seen sind künstlich reguliert. Hier sind direkte Rückschlüsse auf Niederschlag und Schneeschmelze mit Hilfe des Pegels nicht möglich.

Im Mittelland ist der Boden so trocken wie normalerweise erst im Frühsommer, meldet das Amt für Landschaft und Natur des Kantons Zürich. Gemäss Schweizer Bauernverband und Schweizerischem Obst und Gemüseverband ist die aktuelle Situation dennoch nicht dramatisch.

Für die Bewirtschaftung mit schwerem Gerät werden trockene Böden gar bevorzugt. Die weitere Entwicklung der Bodenfeuchte hängt von den Niederschlagsmengen während der kommenden Wochen ab. Mit der Trockenheit ist auch die Gefahr und Wald- und Flurbränden gestiegen. In den Kantonen Tessin, Graubünden und Jura ist das Entfachen von Feuer im Freien verboten.

Bis Mitte kommender Woche bleibt es in der Schweiz weitgehend trocken. Flächendeckende Niederschläge bleiben aus. In den Alpen und im Jura kommt es lokal zu Schauern und Gewittern. Die anhaltende schwache bis mässige Bise trocknet die oberen Schichten des Bodens weiter aus. Die Wetterentwicklung in der zweiten Wochenhälfte ist derzeit noch unsicher.

(sf meteo/widb)