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Anna Göldi vor 225 Jahren hingerichtet

Freitag, 30. März 2007, 10:34 Uhr, Aktualisiert 11:27 Uhr

Neues Buch über den Glarner Justizmord

Anna Göldi ist vor 225 Jahren in Glarus hingerichtet worden. Zum Andenken an die «letzte Hexe Europas» erscheint im Juni ein Buch über den Justizmord, im September wird ein Museum eröffnet.

Anna Göldi bei ihrer Arbeit als Dienstmagd macht das Kleid eines Kindes zurecht.
Anna Göldi (links) arbeitete als Dienstmagd für Regierungsrat Jakob Tschudi und fiel beim mächtigen Glarner in Ungnade. (annagoeldin.ch)

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Anna Göldi wurde am 13. Juni 1782 zum Tod durch das Schwert verurteilt. Die Magd aus armen Verhältnissen soll die Tochter ihres Dienstherrn verzaubert haben und wurde des Kindsmords verdächtigt. Im Prozess sagte sie unter Folter, Kräfte des Teufels genutzt zu haben.

Am 13. Juni 2007 ist Anna-Göldi-Tag, dem Tag ihrer Hinrichtung. Dann wird das Buch «Der Justizmord an Anna Göldi» vorgestellt. Autor ist Walter Hauser, Verfasser mehrerer Bücher über Glarner Geschichte.

Der Journalist aus dem Glarnerland präsentiert neue Originaldokumente zum mysteriösen Justizfall. Zwei deutsche Journalisten brachten den Skandal vor 225 Jahren ins Rollen - Glarner Zeitgenossen kritisierten das Todesurteil unter Lebensgefahr.

Hauser zieht ein brisantes Fazit: Über die Hinrichtung von Anna Göldi entschied ein Gericht, das nicht zuständig war. Dubios war Rolle von Johann Jakob Tschudi. Dieser war ein hochangesehener Glarner Richter und Regierungsrat, bei dem sich die angebliche Hexe als Dienstmagd verdingt hatte.

Zu Ehren von Anna Göldi wird ein neues Museum geschaffen. Ab 22. September 2007 in Mollis werden die neuen Dokumente zum Hexenprozess erstmals veröffentlicht. Zudem sollen dort regelmässig kulturelle Veranstaltungen stattfinden.

(sda/mesm)