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International

Eiszeit zwischen London und Teheran

Mittwoch, 28. März 2007, 14:28 Uhr, Aktualisiert 29.03.2007, 2:03 Uhr

Beziehungen wegen inhaftierten Matrosen eingefroren

Im Konflikt um die 15 im Iran inhaftierten Marinesoldaten hat Grossbritannien die Beziehungen zu Teheran abgebrochen. Derweil stellte der Iran die Freilassung einer Soldatin in Aussicht und veröffentlichte ein Video mit den gefangenen Soldaten.

Beckett bei ihrer Rede im Parlament
«Offensichtlich haben wir (die Grenze) überschritten», sagt die einzige Frau unter den Gefangenen im Video. (Irib)

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«Wir befinden uns jetzt in einer neuen Phase der Diplomatie», sagte Aussenministerin Margaret Beckett vor dem britischen Parlament. Die Regierung werde «alle anderen offiziellen bilateralen Geschäfte» einfrieren, bis die Situation geregelt sei.

Dazu gehören nach Angaben des Aussenministeriums zum Beispiel der Stopp staatlicher Hilfen für Handelsprojekte. Ausserdem sollen iranische Behörden- und Regierungsvertreter keine Visa für Grossbritannien mehr erhalten. Premier Tony Blair kündigte an, London werde auch den internationalen Druck erhöhen.

Die iranische Führung müsse begreifen, dass sie sich in «völliger Isolation» befinde. Erneut bezeichnete er die Festsetzung der 15 Soldaten als «völlig inakzeptabel, falsch und illegal».

Als erstes Anzeichen einer Entspannung des Konflikts kündigte ein Sprecher des iranischen Aussenministeriums an, die einzige Frau unter den Festgehaltenen solle am Mittwoch oder am Donnerstag freigelassen werden.

Das iranische Staatsfernsehen veröffentlichte unterdessen Videoaufnahmen der britischen Soldatin und ihrer ebenfalls festgehaltenen britischen Kameraden. «Offensichtlich haben wir (die Grenze) überschritten», sagt die Soldatin in dem Video.

Am Mittwoch schaltete sich ausserdem die EU in die Krise ein und sicherte Grossbritannien «uneingeschränkte Unterstützung und Solidarität» zu. «Nach Ansicht der EU ist es völlig inakzeptabel, dass der Iran die Soldaten in Haft hält», sagte die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel vor dem EU-Parlament in Brüssel.

Das britische Verteidigungsministerium veröffentlichte «Beweismaterial», wonach die Soldaten zu Unrecht mehr als drei Kilometer von der iranischen Grenze entfernt aufgegriffen worden seien.

Die Marinesoldaten waren am Freitag vergangener Woche verschleppt worden, als sie in der Mündung des Grenzflusses Schatt el Arab ein Handelsschiff kontrollieren wollten. Seither streiten sich London und Teheran, ob sich die Briten in iranischen oder irakischen Hoheitsgewässern aufhielten.

(sda/reuters/wyse/stom)