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Schweiz

Petition gegen DJ Bobos Song

Dienstag, 27. März 2007, 17:30 Uhr, Aktualisiert 28.03.2007, 2:48 Uhr

Bobos Beitrag am Song Contest soll gestoppt werden

Gegen 50'000 Menschen in der Schweiz möchten nicht, dass ihr Land am Eurovision Song Contest mit DJ Bobos «Vampires Are Alive» vertreten wird. Sie haben eine Petition der Eidgenössisch-Demokratischen Union (EDU) gegen den Song unterzeichnet.

Das Bild zeigt DJ Bobo mit Vampir-Zähnen.
DJ Bobos Lied «Vampires Are Alive» enthalte eine verheerende Botschaft, sagen Befürworter der Petition. (keystone)

Mit exakt 49'082 Unterschriften ist die Petition bei der Bundeskanzlei eingereicht worden. Das Lied von DJ Bobo enthalte eine verheerende Botschaft, sagte der Berner EDU-Nationalrat Christian Waber. «Verkaufe deine Seele», heisse es im Lied etwa, oder «freue dich auf den Weg vom Himmel zur Hölle.»

Bezug auf Monsterrocker Lordi

Nach Ansicht des Petitionskomitees verniedlicht der Liedtext Hölle und Teufel. «Da hört der Spass endgültig auf», heisst es in der Bittschrift.

Die finnischen Monsterrocker Lordi, die den Song Contest 2006 gewannen, hätten den Okkultisten und Satanisten am Eurovision Song Contest eine Tür geöffnet, kritisierte EDU-Sekretär Thomas Feuz. DJ Bobos Beitrag nimmt denn auch unmissverständlich Bezug auf den Auftritt der letztjährigen Sieger.

Überrascht vom Erfolg

EDU-Präsident Hans Moser zeigte sich überrascht vom Erfolg der Petition. Die EDU sei zuversichtlich, dass der Schweizer Beitrag zum Song Contest gestoppt werden könne. Die über 49'000 Unterschriften kamen innerhalb von zwei Wochen zusammen.

Mit Berufung auf die Bundesverfassung fordern die Petitionäre vom Bundesrat, den religiösen Frieden im Land zu wahren und zu veranlassen, dass die Schweiz im Europäischen Gesangswettbewerb nicht mit Satanismus und Okkultismus, sondern mit Schweizerischen Werten vertreten wird.

Petition ist kein Wahlkampf

Als Wahlkampf wollen die EDU-Vertreter ihre Aktion nicht verstanden wissen: Es liege in ihrer Verantwortung, dieses Vorhaben nicht tatenlos hinzunehmen, sagte Nationalrat Markus Wäfler (ZH). Dass die Petition beinahe das Referendumsquorum erreicht habe, zeige, dass viele Menschen die Ansicht des Komitees teilten.

Kritik auch von Evangelischer Allianz

Kritik am Text von DJ Bobos Beitrag für den Eurovision Song Contest äusserte auch die Schweizerische Evangelische Allianz. Sie sieht in dem Lied eine gefährlich «düstere Botschaft», die vor allem bei seelisch angeschlagenen Jugendlichen und Menschen in schwierigen Lebensumständen gesundheitliche Folgen haben könne.

Bobo muss zuerst noch ans Halbfinale

Der Beitrag von DJ Bobo wurde von einer nationalen Jury mit Vertretern von SF, TSR, TSI und Viva Schweiz aus über 60 Titeln für den Song Contest ausgewählt. Ob der gebürtige Aargauer am Finale am 12. Mai im Helsinki auftreten kann, ist noch offen.

Noch muss er das Halbfinale am 10. Mai überstehen. Dort treten 28 Länder an, 10 werden für die Schlussrunde ausgewählt. René Baumann, wie DJ Bobo mit bürgerlichem Namen heisst, ist einer der erfolgreichsten Künstler der Schweiz. Er verkaufte weltweit über 13 Millionen Tonträger und erhielt bisher über 80 Auszeichnungen.

(sda/sch19)

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