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«Mut zum Gewöhnlichen und Banalen»

Samstag, 3. März 2007, 11:08 Uhr, Aktualisiert 21:29 Uhr

Austellungen zum 50. Todestag von Karl Geiser

Mit Zeichnungen, Radierungen und Fotos von Karl Geiser (1898-1957) erinnern das Kunstmuseum und die Fotostiftung Schweiz in Winterthur an den vor einem halben Jahrhundert gestorbenen Schweizer Künstler.

Das Bild zeigt eine Schwarz-Weiss Fotografie. Drei kleine Jungen stehen auf eine Landstrasse.
Die Werke des Künstlers sind im Kunstmuseum Winterthur und in der Fotostiftung Schweiz zu betrachten. (Fotostiftung Schweiz)

Aus dem von David Streiff aufgearbeiteten fotografischen Nachlass Geisers zeigt die Fotostiftung Schweiz eine reichhaltige Auswahl, die nicht nur die poetischen Qualitäten hervortreten lässt, sondern auch einen Dialog zwischen Fotografie und Skulptur herstellt.

Unter dem Titel «Impressions de Paris», den der Künstler für eine (nie realisierte) Ausstellung gewählt hatte, zeigt das Winterthurer Kunstmuseum im Graphischen Kabinett lauter kleinformatige Zeichnungen, die vom Dezember 1926 bis zum Juni 1927 in der französischen Metropole entstanden sind.

Karl Geiser war einer der wichtigsten einheimischen Bildhauer seiner Zeit und wurde vor allem mit Skulpturen im öffentlichen Raum bekannt. Geboren wurde der Autodidakt in Bern. Dank eines Stipendiums des Winterthurer Kunstförderers Georg Reinhart lebte er 1926/27 in Paris. Dort entwarf er Reliefs für den Eingangsbereich des Winterthurer Kunstmuseums.

Er schuf an die 6000 Zeichnungen und etwas mehr als 100 Radierungen.

In der Seinestadt hielt Geiser das Volksleben in tagebuchartigen Skizzen und Zeichnungen fest. «Ich habe sie gemacht, wie man einen Brief schreibt, einfach in der Absicht mitzuteilen, was man alles sieht», meinte der Künstler dazu.

1928 bezog Geiser einen Barockpavillon in Zürich, doch musste er für die Arbeit an der überlebensgrossen, erst 1938 enthüllten Figurengruppe für das Kirchenfeld-Gymnasium in Bern ein noch grösseres Atelier in Zollikon mieten.

Zwischen 1930 und 1948 enstand mit dem berühmten Velorennfahrer eine der eigentümlichsten Schweizer Skulpturen. Das letzte Hauptwerk Geisers, das Denkmal der Arbeit, wurde nach mechanischer Vergrösserung des Modells nach Geisers Tod gegossen und 1954 auf dem Zürcher Helvetiaplatz errichtet.

Die Ausstellungen «Karl Geiser, Impressions de Paris» im Kunstmuseum Winterthur und «Karl Geiser, Fotografien» in der Fotostiftung Schweiz dauern bis 15.Juli bzw. 20. Mai an.

(sda/bosl)