Wirtschaft
«Häuslebauer» verhandeln meist zu brav
Viele zahlen zu hohe Hypothekarzinsen
In der Schweiz zahlen gemäss einer Umfrage zwei von drei Wohneigentümern zu viel für ihre Hypothek. Viele lassen sich laut dem Internetvergleichsdienst comparis.ch davon täuschen, dass sie weniger als den gültigen Richtzins zahlen.
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Die in der zweiten Januarhälfte vom Institut Demoscope bei 1028 Personen durchgeführte Umfrage zeigte, dass 64 Prozent zu viel für ihre Hypothek zahlen. Im Durchschnitt zahlten sie 0,44 Prozentpunkte mehr als notwendig.
Bei einem Betrag von 400'000 Franken seien dies in fünf Jahren 8800 Franken zu viel an Zinsen, schreibt comparis.ch.
Wohneigentümer, die 2005 ihre Hypothek erneuert oder neu abgeschlossen hätten, würden häufiger glauben, sehr gute Konditionen erhalten zu haben, denn in diesem Jahr seien die Hypozinsen so günstig wie noch nie gewesen. In diesem Jahr hätten aber mit 83 Prozent besonders viele Wohneigentümer schlechte Hypothekarzinskonditionen erreicht.
Die Umfrage zeige auch, dass sich die Wohneigentümer bei der Suche nach einer günstigen Finanzierung zu schnell zufrieden gäben. 54 Prozent hätten nur gerade eine Offerte eingeholt. Je länger sich die Wohneigentümer allerdings verpflichteten, umso vorsichtiger seien sie und umso besser würden sie sich über die Zinskonditionen informieren.
Wie bereits in den Vorjahren sei die Festhypothek mit einem Anteil von 68 Prozent die beliebteste Finanzierungsform bei den befragten Wohneigentümern gewesen. Im Vergleich zum Vorjahr entspreche dies einer Zunahme um vier Prozent.
An Beliebtheit eingebüsst, aber immer noch Spitzenreiterin, sei die fünfjährige Festhypothek. Ihr Anteil sei von 50 Prozent im Vorjahr auf 45 Prozent gesunken. Dagegen würden lange Laufzeiten immer beliebter. Der Anteil an Festhypotheken mit einer Laufzeit von zehn Jahren sei von sechs Prozent im Jahr 2006 auf neu zehn Prozent angestiegen.
Laut comparis.ch haben 35 Prozent der Befragten angegeben, «sehr gute» Konditionen erhalten zu haben. 52 Prozent würden ihre Konditionen als «gut» einstufen. Wohneigentümer mit hohen Einkommen von über 180'000 Franken pro Jahr hätten deutlich häufiger das Gefühl, sehr gute Konditionen erhalten zu haben.
Eigentümer in der französischen Schweiz dagegen bezeichneten ihre Konditionen auffallend weniger oft als «sehr gut». Viele Wohneigentümer würden sich zu schnell mit dem offerierten Zinssatz zufrieden geben.
Wenn sie ein Angebot erhielten für eine Hypothek, das nur wenig unter dem Richtzins liege, seien sie bereits der Meinung, sie hätten ein gutes oder sehr gutes Angebot erhalten. Effektive Zinssätze, die tiefer als die Richtzinsen seien, seien aber nichts Aussergewöhnliches. 72 Prozent hätten nämlich eine Festhypothek unter dem Richtzins ihres Anbieters abgeschlossen.
(ap/hesa)
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