International
Transplantationsskandal in Florenz
Aids-verseuchte Organe benutzt
In einem Spital in Florenz sind bei drei Transplantationen Aids-verseuchte Organe übertragen worden. Ob die Empfänger infiziert wurden, steht nach Angaben der Ärzte noch nicht fest.
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«Es handelt sich um ein äusserst schwerwiegendes menschliches Versagen», sagte der Chef des Nationalen Transplantations-Zentrums, Alessandrio Nanni Costa. Es sei der erste Zwischenfall dieser Art seit Beginn der Transplantationen in Italien vor 40 Jahren.
Die Empfänger werden derzeit vorsorglich gegen das HI-Virus behandelt, erklärten die Ärzte weiter.
Für die Patienten beginnt eine bange Zeit. Erst nach Wochen wird sich zeigen, ob sie bei dem vermeintlich lebensrettenden Eingriff mit dem Erreger der Immunschwäche infiziert wurden. Wann genau sich der möglicherweise folgenschwere Eingriff zutrug, teilten die Ärzte nicht mit.
Dem Vernehmen nach handelte es sich um zwei Nieren- und eine Lebertransplantation. Bei dem Spender handle es sich um eine 41 Jahre alte drogenabhängige Frau, die an Gehirnblutungen gestorben sei. Bei der Aufzeichnung der HIV-Analyse der Toten sei ein Fehler unterlaufen, hiess es.
Der Skandal ist nicht der erste im italienischen Gesundheitswesen. Im Januar ordneten die Behörden landesweite Prüfungen an, nachdem Medien von katastrophalen Zuständen im grössten Krankenhaus Roms berichtet hatten.
Auf Bildern waren mit Müll und Hundekot verschmutzte Flure zu sehen, medizinische Befunde lagen frei zugänglich herum und Mitarbeiter rauchten in unmittelbarer Nähe zu Patienten.
Nach Polizeiangaben gibt es bei rund 17 Prozent aller italienischen Kliniken schwere Beanstandungen.
(sda/ap/hesa)
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