Kultur
Warhol-Reihe begeistert Berlinale-Publikum
Film-Dokumente aus dem Leben der Pop-Art-Ikone
Wie zahlreich die Anhänger von Andy Warhol (1928-1987) sind, zeigt das grosse Publikumsinteresse für die Filme von und über den Künstler auf der diesjährigen Berlinale. In Warhols 20. Todesjahr werden in der Panorama-Reihe sowie im Forum Wiederentdeckungen aus dem Künstler-Nachlass des New Yorker Museums of Modern Art (MomA) gezeigt.
Darunter sind restaurierte Filme mit Velvet-Underground-Sängerin Nico, sowie eine Dokumentation vom Regisseur Ric Burns (»Andy Warhol: A Documentary Film»).
Die vierstündige Dokumentation illustriert nicht nur den Lebenslauf Warhols. Sie präsentiert amerikanische Kulturgeschichte von den 50er bis zu den 70er Jahren. Es war die Zeit, als Warhols Factory nicht nur Anziehungspunkt der New Yorker Bohème, sondern Zentrum der amerikanischen Gegenwartskunst und internationalen Popkultur war.
Nicht nur seine Superstars wie Edie Sedgwick, Viva und Candy Darling bildeten damals das «Material» für Warhol, sondern auch Berühmtheiten wie Bob Dylan, Dennis Hopper oder Susan Sontag.
Sie und andere sind in dem Film in zum Teil bisher unveröffentlichten Originaldokumenten dabei.
Bewegend ist der Film «A Walk into the Sea - Danny Williams and the Warhol Factory» von Esther B. Robinson über das mysteriöse Schicksal von Warhols kurzzeitigem Lover und Kameramann Danny Williams, der 1964/65 als 27-Jähriger in die Factory kam und schon ein Jahr später spurlos verschwand.
Der Regisseurin, Nichte des Verschwundenen, gelang es, eine Kiste 16mm-Filmmaterial im MomA aufzuspüren, die mit seinem Namen beschriftet sind und sich als wahre Schatztruhe der modernen Kunstgeschichte erweist.
(sda/halp)



