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International

Millionen Mädchen leiden unter Gewalt

Montag, 11. Dezember 2006, 16:39 Uhr, Aktualisiert 17:16 Uhr

Unicef prangert Abtreibung von Mädchen an

Für Millionen Mädchen und Frauen weltweit sind laut Unicef Gewalt und massive Diskriminierung bittere Realität. Als Mädchen geboren zu werden, kann in vielen Ländern Asiens und Afrikas sogar einem Todesurteil gleichkommen.

Drei Mädchen, in farbige Tücher gehüllt, mit Heften auf den Knien.
Weltweit können 115 Millionen Kinder nicht wie diese Mädchen zur Schule gehen. (reuters)

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Besonders scharf prangerte Unicef die Abtreibung von weiblichen Föten an. «Diese Mädchenabtreibungen haben das demographische Verhältnis komplett verzerrt», sagte die Unicef-Botschafterin und Moderatorin Sabine Christiansen.

In Indien kämen nur noch 927 Mädchen auf 1000 Jungen, in China seien es sogar weniger als 900 Mädchen. Statistisch gesehen fehlten daher rund 100 Millionen Frauen weltweit.

Rund 14 Millionen Mädchen zwischen 15 und 19 Jahren bekommen pro Jahr ein Kind, viele von ihnen wurden vorher zwangsverheiratet. Auf der afrikanischen Insel Madagaskar sollen den Angaben zufolge rund 70 Prozent aller Mädchen im Alter von 16 Jahren bereits Mutter sein.

«Wo die Menschenrechte von Frauen mit Füssen getreten werden, leiden immer auch Kinder», betonte die UNO-Organisation. «Die weibliche Hälfte der Menschheit wird bis heute in allen Regionen der Welt benachteiligt», hiess es im Bericht «Zur Situation der Kinder in der Welt 2007».

Weltweit leben laut UNICEF 130 Millionen Frauen und Mädchen mit verstümmelten Genitalien, jeden Tag kommen 8000 Opfer hinzu. Vor allem in afrikanischen Ländern, im Nahen Osten und Teilen Südostasiens werde diese grausame Tradition weiter praktiziert.

Als besonders brutale Form der Gewalt an Frauen prangerte die UNICEF so genannte Ehrenmorde in mindestens 14 Ländern an, darunter Jordanien, Pakistan, Türkei, aber auch in Italien, Grossbritannien und Schweden. In Indien würden junge Frauen bei lebendigem Leib verbrannt, in Bangladesch jährlich hunderte Frauen durch Säureattacken schwer verletzt und entstellt. Dramatisch sei zudem die Entwicklung bei der Aids-Epidemie, die immer mehr Frauen und Mädchen treffe.

(sda/reuters/sprm)