Schweiz
Streubomben töten nach dem Krieg
NGO veröffentlicht weltweite Studie
Streumunition ist eine Waffe, die hauptsächlich nach einem Krieg tötet, weil ein grosser Teil der Munition nicht explodiert. Dies zeigt deutlich eine weltweite Studie der NGO Handicap International. Sie unterstützt eine Initiative für ein Streubomben-Verbot in der Schweiz.
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Im Vorfeld der UNO-Abrüstungskonferenz in Genf und der Behandlung einer parlamentarischen Initiative von Nationalrat John Dupraz (FDP/GE) hat Handicap International eine Studie «Tödliche Spur - die weltweiten humanitären Auswirkungen der Streumunition» publiziert. Die Studie wurde in Bern präsentiert.
Die Organisation hat 11'044 bestätigte Opferfälle in 24 Ländern und Regionen der Welt analysiert.
Die männlichen Bewohner sind der Gefahr am stärksten ausgesetzt. 40 Prozent davon sind jünger als 18 Jahre.
Die Schweiz verfügt über rund 200'000 Streumunitionssysteme für Panzerhaubitzen und schwere Minenwerfer - so genannte Kanistermunition. Diese Granaten verfügen über Doppelzünder, die bei der 1. Detonation 98 Prozent der so genannten Bomblets zur Explosion bringen. Nach der 2. Detonation sollten nur einige Promille zurückbleiben.
Nach Angaben von Direktor Paul Vermeulen von Handicap International Schweiz handelt es sich bei der Schweizer Munition um das mit Israel entwickelte Modell M85. Die Zahl der im Süd-Libanon gefundenen M85-Blindgänger bewiesen, dass dieser Mechanismus keine glaubwürdige Lösung für den Schutz der Zivilbevölkerung sei.
Mit der von 42 Nationalratsmitgliedern aus FDP, CVP, SVP, SP und Grünen unterzeichneten Initiative will Dupraz ein Verbot von Streubomben im Kriegsmaterialgesetz erwirken. Die Sicherheitspolitische Kommission empfiehlt mit 14 zu 9 Stimmen, der Initiative keine Folge zu geben.
Die Minderheit ist dagegen der Auffassung, ein Verbot der Streubomben würde die humanitäre Politik der Schweiz stärken.
(sda/sprm)
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