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Die Welt gedenkt 9/11

Montag, 11. September 2006, 13:20 Uhr, Aktualisiert 12.09.2006, 0:36 Uhr

Trauerfeier am Ground Zero

Mit Schweigeminuten, Gedenkveranstaltungen und Gottesdiensten hat die Welt der Anschläge vom 11. September 2001 und ihrer Opfer gedacht. Am Ground Zero in New York versammelten sich tausende Angehörige der Opfer.

Menschen stehen um einen blumengefüllten Pool, von oben gesehen
Freunde und Angehörige schmücken den Ort, wo früher die Zwillingstürme standen, mit Blumen. (keystone)

Die Feiern begannen um 8.46 Uhr (14.46 Uhr MESZ) mit einer Schweigeminute. Zu dem Zeitpunkt war am 11. September 2001 das erste Flugzeug in den Nordturm gerast. Ehe- und Lebenspartner der Opfer verlasen alphabetisch die 2749 Namen der Toten.

Angehörige konnten währenddessen am Fundament der Zwillingstürme Blumen niederlegen. Dort wurden zwei Wasserbecken aufgebaut, die die Zwillingstürme symbolisieren.

Auch drei weitere Schweigeminuten wurden abgehalten: Der Zeitpunkt des Aufpralls der zweiten Maschine auf das WTC um 09.03 Uhr, der Einsturz des WTC-Turms um 09.59 Uhr sowie der Einsturz des WTC-Nordturms um 10.29 Uhr. Während der Schweigeminuten läuteten New Yorks Kirchenglocken.

An den Trauerfeierlichkeiten nahmen US-Präsident George W. Bush, seine Frau Laura Bush, sowie New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg, der frühere Bürgermeister Rudy Giuliani, sowie der Gouverneur des US-Bundesstaates New York, George Pataki teil.

In allen Teilen der Welt wurde fünf Jahre nach den Terroranschlägen der Opfer gedacht. In der Trauer wurden aber auch unterschiedliche politische Auffassungen über die Lage im Kampf gegen den internationalen Terrorismus sichtbar.

Der australische Ministerpräsident John Howard zeigte sich bei einer Zeremonie in der US-Botschaft in Canberra davon überzeugt, dass die Ideale der Freiheit am Ende triumphieren werden. Terrorismus sei «der Feind aller Menschen guten Willens». Er stellte sich hinter die amerikanischen Militäreinsätze in Afghanistan und im Irak.

Die neuseeländische Regierungschefin Helen Clark zog eine gespaltene Bilanz: Der Sturz des Taliban-Regimes in Afghanistan sei «absolut richtig» gewesen, der Irak-Krieg ein Fehler. Im Gegensatz zur Zeit vor der US-geführten Invasion vor drei Jahren sei der Irak heute ein Zufluchtsort für Terroristen. «Nein, wir sind nicht viel sicherer seit dem 9/11», sagte sie.

Auch UNO-Generalsekretär Kofi Annan erklärte, in den fünf Jahren nach den Anschlägen in New York und Washington sei die Bedrohung durch den Terrorismus gestiegen. «Man kann nicht sagen, dass man heute sicherer lebt», sagte Annan der Zeitung «Le Parisien».

In Helsinki gedachten beim Asien-Europa-Treffen (ASEM) Regierungsdelegationen der 38 Teilnehmerstaaten sowie die EU-Kommission mit einer Schweigeminute der Terroropfer.

Bereits am Sonntag hatten die Staats- und Regierungschefs die Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit gegen den Terrorismus betont. Diese müsse mit Bemühungen um eine «stärkere Verständigung zwischen den Kulturen» und eine verstärkte Armutsbekämpfung einhergehen.

Der afghanische Präsident Hamid Karsai würdigte die Opfer im Namen seines Landes. «Wir verstehen, welchen enormen Verlust Sie an jenem Tag erlitten, weil wir auch lange unter dem Terrorismus gelitten haben», sagte er. Karsai dankte den USA für ihre Bemühungen beim Wiederaufbau Afghanistans.

An die Bürger der Vereinigten Staaten gewandt äusserte der Staatschef im Namen seiner Landsleute Anerkennung «für die Opfer Ihrer Söhne und Töchter in Afghanistan».

Der japanische Ministerpräsident Junichiro Koizumi mahnte, dass der internationale Terrorismus eine grössere Gefährdung denn je sei. Von China gab es zum fünften Jahrestag keine offizielle Erklärung der Regierung. In der Moskauer Katharinen-Kathedrale fand ein Gedenkgottesdienst statt.

(ap/eppb)