International
Beratungen über Waffenruhe im Libanon
Israel noch monatelang im Libanon?
Unter UNO-Vermittlung haben Offiziere der israelischen und der libanesischen Armee am Mittwoch über den weiteren Fortgang der Waffenruhe verhandelt. Derweil wurde bekannt, dass die israelische Armee noch monatelang im Libanon präsent sein könnte.
Bei dem Treffen am Grenzort Ras Nakura sei es um den Rückzug des israelischen Truppen sowie um das geplante Vorrücken libanesischer Soldaten nach Südlibanon gegangen, teilte die UNO in Beirut mit.
Die UNO setzt weiter darauf, dass die massive Verstärkung der UNO-Truppe UNIFIL an diesem Donnerstag anläuft. In einem ersten Schritt sollen in den nächsten zwei Wochen 3500 zusätzliche Soldaten in den Südlibanon geschickt werden. Diese sollen die Einhaltung der Waffenruhe überwachen.
Mehrere Länder hätten ihre Bereitschaft zur Entsendung von Soldaten, Panzern, Helikoptern und Schiffen in den Nahen Osten angedeutet, sagten hochrangige UNO-Beamte in New York.
Feste Zusagen werden aber erst auf einer Konferenz potenzieller Truppensteller mit UNO-Generalsekretär Kofi Annan am Donnerstag erwartet.
Frankreich ist bereit, die Führung der erweiterten UNO-Truppe in Libanon bis kommenden Februar zu übernehmen. Das erklärte Verteidigungsministerin Michèle Alliot- Marie am Mittwochabend im Fernsehsender France 2.
Auf einer Aussenminister-Konferenz in Beirut bekräftigte Frankreichs Aussenminister Philippe Douste-Blazy, dass Frankreich ein Kontingent stellen wird. Nach inoffiziellen Angaben will Frankreich 2000 bis 4000 Soldaten entsenden.
Zudem rief Douste-Blazy Israel auf, die Blockade des Libanons zu beenden. Diese sei nach der Waffenruhe nicht mehr nötig.
Offenbar könnten auch Schweizer Soldadaten bei Friedens-Einsätzen im Libanon beteiligt werden. Dies sagte Verteidigungsminister Samuel Schmid in der Tagesschau des Schweizer Fernsehens SF.
Unterdessen kündigte Israels Armeechef Dan Halutz an, die israelischen Soldaten würden so lange im Libanon bleiben, bis die 15'000 UNIFIL-Soldaten komplett im Libanon stationiert sind. Das könne noch Monate dauern.
(sda/wenm)



