Schweiz
Gefahr durch auftauenden Permafrost
Bund erstellt Übersicht
Eine vom Bund neu erstellte Permafrostkarte soll den Kantonen bei der Lokalisation allfälliger Gefahren helfen. Je früher das Abschmelzen von Permafrost erfasst werde, desto besser könne Prävention betrieben werden, teilte das Bundesamt für Umwelt (BAFU) mit. Es plant auch den Ausbau des Permafrostmessnetzes.
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Aufgrund der Klimaerwärmung droht die Permafrostgrenze in den kommenden Jahrzehnten anzusteigen. Dadurch können in den Bergen Steinschlag, Fels- oder Bergstürze sowie Rutschungen und Murgänge ausgelöst werden, wie das BAFU schreibt.
In gewissen Gebieten könnten touristische Anlagen und Bauten für die Berglandwirtschaft durch abschmelzenden Permafrost direkt gefährdet sein, hält das BAFU fest. Kettenreaktionen könnten auch bewohnte Gebiete einer Gefahr aussetzen.
Ständig gefrorener Boden (Permafrost) gibt es besonders in den Kantonen Graubünden, Bern, Glarus und Wallis. Je nach Exposition sind Alpengebiete oberhalb von etwa 2400 Metern über Meer betroffen.
Namen von möglicherweise gefährdeten Ortschaften nenne die Übersicht nicht, sagte BAFU-Sprecher Adrian Aeschlimann auf Anfrage. «Wo konkrete Gefahr besteht, müssen die Sachverständigen der Kantone sagen, die über das lokale Wissen verfügen.»
Weiter plant das BAFU, das Permafrost-Messnetz in der Schweiz auszubauen, zusammen mit der Schweizerischen Akademie der Naturwissenschaften und MeteoSchweiz. Und es soll geprüft werden, ob kritische Gebiete, in denen sich der Permafrost bewegt und Siedlungen bedroht sind, per Satellit überwacht werden sollen.
Bis 2011 sollten die Gefahrenkarten für Naturereignisse in der Schweiz flächendeckend vorliegen. Ab dann hängt die Zuteilung der Bundesmittel für Schutzprojekte vom Stand dieser Karten ab. Während einige Kantone die Gefahrenkarten bereits fertig erstellt haben, sind in anderen die Konzeptarbeiten erst angelaufen.
Laut einer vom BAFU im Juni veröffentlichten Zwischenbilanz sind bei den Lawinen 66 Prozent der Gefahrengebiete erfasst. Beim Hochwasser sind es 30, bei Felsstürzen 29 und bei Rutschungen 23 Prozent. Die Gebirgskantone waren mit der Gefahrenkartierung am weitesten vorangekommen.
Praktisch fertig waren die Karten in Nid- und Obwalden, Appenzell Innerrhoden sowie Glarus. Noch in der Konzeptphase steckten Jura, Thurgau und die Waadt. Bewährt hatten sich die bestehenden Gefahrenkarten beim schweren Hochwasser im August 2005.
(ap/sda/stom)
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