Inhalt

Schweiz

Ultimatum an Masoni

Freitag, 21. Juli 2006, 11:27 Uhr, Aktualisiert 14:36 Uhr

Tessiner Staatsrätin soll komplett entmachtet werden

Vier Tessiner Staatsräte haben ihrer Kollegin Marina Masoni ein Ultimatum gestellt: Falls die Finanzdirektorin am 22. August, wenn die Regierung erstmals nach den Sommerferien wieder tagt, nicht in Bellinzona erscheine, dann sei es möglich, dass ein anderes Regierungsmitglied die Leitung des Finanz- und Wirtschaftsdepartementes übernehme.

Masoni vor FDP-Logo
Marina Masoni muss nach den Ferien wieder im Büro erscheinen. (keystone)

Die Führung über die Steuerabteilung war Masoni im März wegen einer Steueraffäre bereits entzogen worden. Diese hat nun bis zum Ende der Legislatur im April 2007 Erziehungsdirektor Gabriele Gendotti (FDP) inne.

Die an einer Rückenverletzung leidende Tessiner Staatsrätin Marina Masoni (FDP) hat sich in den letzten Tagen zwei weiteren therapeutischen Eingriffen unterzogen. Masoni konnte das Spital von Lugano nach den Eingriffen am Abend jeweils wieder verlassen.

Ob sich die Leidensgeschichte der 48-Jährigen damit zu Ende neigt, werde sich zeigen, teilte die Spitaldirektion am Freitag in einem Communiqué mit.

Masoni plagen seit dem 3. März Rückenschmerzen. Bei einem Sturz beim Schlittschuhlaufen zog sie sich zwei kleine Risse in der Rückenmarkshaut zu. In den vergangenen Wochen arbeitete sie von zu Hause aus. Zu den Regierungssitzungen wurde sie telefonisch zugeschaltet.

Dieser Zustand ist für ihre Regierungskollegen jedoch nicht mehr länger haltbar. Wenn ein Staatsrat für längere Zeit ausfalle, dann sei das Funktionieren des 5-köpfigen Gremiums nicht gewährleistet, hatte Regierungspräsident Luigi Pedrazzini (CVP) nach der letzten Regierungssitzung vor den Sommerferien gegenüber den Medien gesagt.

(sda/wyse)