International
US-Kongress will Abu Ghraib-Dokumente
Pentagon unter Zeitdruck
Der US-Kongress hat das Verteidigungsministerium unter Strafandrohung zur Herausgabe von Dokumenten zum irakischen Haftlager Abu Ghraib aufgefordert. Diese könnten ein neues Licht auf den Folterskandal werfen.
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Die Aufforderung sei dem Pentagon Ende vergangener Woche zugegangen, hiess es im Kongress. Anlass für den eher ungewöhnlichen Schritt sind Aussagen eines Unteroffiziers im US-Militärgeheimdienst, Samuel Provance, vor einem Ausschuss des Repräsentantenhauses.
Provance hatte im Februar vor den Parlamentariern ausgesagt, dass die Führung der US-Armee von den Demütigungen und Misshandlungen irakischer Gefangener in der berüchtigten Haftanstalt Abu Ghraib bei Bagdad gewusst habe.
Provance war als Mitglied des 302. Militäraufklärungs-Bataillons ab Ende 2003 in Abu Ghraib eingesetzt. Seiner Aussage kommt grosse Bedeutung zu, da er als erster Geheimdienst-Mitarbeiter offen über Folter in Abu Ghraib sprach.
Die Vorladung gibt dem Pentagon unter Strafandrohung bis Freitag kommender Woche Zeit, dem Kongress ungekürzte Protokolle von Provances Befragungen sowie Dokumente zum Fall des irakischen Generals vorzulegen.
Nach Mobbing-Vorwürfen von Provance leitete das Repräsentantenhaus ferner eine Untersuchung dazu ein, ob Gesetze zum Informantenschutz verletzt wurden.
Der US-Unteroffizier hatte sich darüber beklagt, dass er nach seiner Aussage vor dem Kongressausschuss auf eine schwarze Liste gesetzt worden sei, die ihn von Beförderungen und Bonusvergaben ausschliesse.
(sda/kooe)
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