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EDK-Präsident gegen Kopftücher an Schulen

Samstag, 4. März 2006, 11:43 Uhr, Aktualisiert 11:53 Uhr

Der Präsident der Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) und St. Galler Erziehungsdirektor, Hans Ulrich Stöckling, hat sich gegen das Tragen von Kopftüchern in Schulen ausgesprochen. Er widerspricht damit einem Entscheid des Bundesgerichts.

Schülerinnen mit Kopftuch sitzen in einem Klassenzimmer vor einem Computer
Das Bundesgericht wertet das Recht auf Religionsfreiheit höher als das Recht auf Bildung. (keystone)

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Auf Richtlinien für religiöse Konflikte habe die EDK aber bewusst verzichtet, sagte Stöckling in einem Interview der «Basler Zeitung» (Samstagsausgabe). «Ich bin zwar der Meinung, dass Kopftücher an der Schule nichts verloren haben und dass muslimische Mädchen an allem teilzunehmen haben - auch wenn das Bundesgericht hier anders entschieden hat», sagte Stöckling.

Es sei absurd, dass das Oberste Gericht das Recht auf Religionsfreiheit höher gewichte als das Recht auf Bildung. Richtlinien würden den Ermessensspielraum beschneiden. So könne es im Einzelfall durchaus sinnvoll sein, ein Mädchen vom Schwimmunterricht zu dispensieren.

Zudem bestehe die Gefahr, dass Richtlinien kontraproduktiv wirkten. So könnten sich Fundamentalisten auf sie berufen und darauf bestehen, dass sie eingehalten werden. Mädchen könnten unter Druck geraten, weil sie keinen Schleier trügen, wenn das Schleiertragen erlaubt werde.

(ap/sper)