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Ein Fünftel weniger IV-Bezüger nach Unfällen

Donnerstag, 16. Februar 2006, 14:51 Uhr, Aktualisiert 14:54 Uhr

Wiedereingliederung ins Berufsleben statt Rente

Die Suva hat die Zahl der neuen IV-Bezüger in den vergangenen zwei Jahren um einen Fünftel reduziert. So wurden 190 Millionen Franken gespart, wie die Suva am Donnerstag in Bern erklärte.

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Das erfolgreiche so genannte New Case Management wird jetzt auch bei Schleudertrauma-Patienten angewandt. Drei Jahre nach der Einführung des New Case Managements (NCM) sieht sich die die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva) durch die Entwicklung bestätigt: Im Jahr 2004 ging die Zahl der Neurentner um vier Prozent zurück, im Jahr 2005 sogar um 16,2 Prozent. 572 Verunfallte, die noch vor drei Jahren Invalidenrente bezogen hätten, seien dank der individuellen Betreuung in den Arbeitsprozess zurückgekehrt, erklärte die Suva. Dies entspreche einer Kosteneinsparung von 190 Millionen Franken.

Das NCM setzt beim Umstand an, dass die Hälfte der Unfälle nur zwei Prozent der Versicherungskosten ausmacht, die fünf Prozent schwersten Unfälle aber 80 Prozent der Versicherungskosten verursachen. NCM ist deshalb auf die schwer verunfallten Personen in schwierigen beruflichen und privaten Situationen ausgerichtet. Die Suva-Berater suchen mit den Verunfallten und deren Bekannten aus dem beruflichen und privaten Umfeld, mit Experten aus der Medizin, Versicherung und Vorsorge Lösungen und eine rasche Wiedereingliederung in den Alltag.

Willi Morger, Mitglied der Suva-Geschäftsleitung, nannte dieses Vorgehen im Redetext einen aufwendigen aber lohnenden Weg, einen Paradigmenwechsel in der Behandlung. Am Beispiel von Schleudertrauma-Patienten habe sich gezeigt, dass nicht allein der Unfall den Verlauf der Folgeschäden präge. Eben so massgeblich sei die Persönlichkeitsstruktur der Betroffenen sowie das soziale und berufliche Umfeld.

In der Gruppe von Schleudertrauma-Patienten mit gesichertem Arbeitsplatz und gutem sozialen Umfeld melden laut Suva-Studien 15 Prozent chronische Rückenschmerzen. In der Gruppe von Patienten in unsicherem Arbeitsverhältnis und sozialen Problemen liegen die chronischen Schmerzen hingegen bei 85 Prozent. Insofern komme den Arbeitgebern im Prozess der Wiedereingliederung und somit auch bezüglich der Schadenminderung eine wichtige Rolle zu.

Aus diesem Grund und weil die Suva allein im Jahre 2004 rund 270 Millionen Franken für etwa 11.000 Schleudertrauma-Unfälle zahlte, wird NCM seit Anfang 2006 auch bei diesen Patienten konsequent angewendet. Der Vorwurf, sie habe bei Schleudertrauma-Patienten generell eine verschärfte Praxis eingeführt, wird von der Suva aber zurückgewiesen.

(sda/kooe)