Schweiz
Deutlich weniger Tote auf Schweizer Strassen
Tieferer Alkoholgrenzwert als Hauptursache
Der tiefere Alkoholgrenzwert hat 2005 zu einem massiven Rückgang der Verkehrstoten geführt. Die Zahl der im Strassenverkehr getöteten Menschen sank um 20 Prozent auf 409, wie die bfu am Donnerstag bekannt gab.
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Die Schweizer Automobilisten akzeptierten die neuen Alkoholregeln und setzten sie in erfreulichem Ausmass um, schreibt die bfu. Neben der Einsicht der Verkehrsteilnehmer hätten aber auch die effizientere und leicht gesteigerte Kontrolltätigkeit der Polizei den positiven Trend verstärkt. Wenn Fahrzeuglenker häufiger mit Kontrollen rechnen müssten, so wirke sich das generell positiv auf ihr Fahrverhalten aus. Dies dürfte nach Einschätzung der bfu mit ein Grund sein, weshalb auch die tödlichen Unfälle wegen nicht angepasster Geschwindigkeit um 15 Prozent zurückgegangen sind.
Eine weitere Hypothese der bfu ist, dass die Strassenverkehrssicherheit praktisch über das ganze Jahr hinweg in der Öffentlichkeit thematisiert wurde. Dies habe zu einer generellen Sensibilisierung der Verkehrsteilnehmer geführt, was sich wiederum positiv auf das Fahrverhalten ausgewirkt habe.
Der Rückgang der Verkehrstoten betrifft laut bfu praktisch alle Fahrzeugkategorien. Bei den Unfällen mit Personenwagen wurden 177 Menschen getötet, 24 Prozent weniger als im Vorjahr. Bei den Motorrädern sank die Zahl der Getöteten um 27 Prozent auf 83. Um 26 Prozent auf 70 zurückgegangen ist die Zahl der Fussgänger, die im Strassenverkehr ums Leben kamen. Etwas geringer fiel der Rückgang bei den Fahrradfahrer auf: Die bfu zählte 37 getötete Fahrradfahrer, zwölf Prozent weniger als im Vorjahr. In der Kategorie «Andere» dagegen wurde eine Zunahme um 56 Prozent auf 42 Tote festgestellt. Dabei ist aber zu berücksichtigen, dass ohne den Carunfall am Grossen Sankt Bernhard mit 13 Opfern die Zahl im Vorjahresvergleich praktisch unverändert geblieben wäre.
Ob sich die rückläufige Entwicklung im laufenden Jahr und in naher Zukunft fortsetzten wird, ist offen. Für die bfu ist es aber unabdingbar, das nationale Verkehrssicherheitsprogramm «Via sicura» weiter voranzutreiben und darin vorgeschlagene Massnahmen zügig umzuzusetzen. Die neusten, erfreulichen Zahlen dürften nicht zur Annahme verleihen, dass sich die positive Tendenz ohne zusätzliche Anstrengungen fortsetzen wird, warnte der Verkehrs-Club der Schweiz (VCS). Zusätzliches Menschenleben liesse sich mit dem vorgeschlagenen nationalen Verkehrssicherheitsprogramm «Via sicura» retten. Es sei deshalb bedauerlich, dass der Bundesrat dieses Programm aus Spargründen zurückgestellt habe.
(ap/kooe)
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