Vermischtes
Steinbock ist Tier des Jahres 2006
1809 ausgerottet - jetzt König der Alpen
Die Naturschutzorganisation Pro Natura hat ihr Wappentier, den Steinbock, zum Tier des Jahres 2006 ernannt. Der gewiefte Kletterer tritt die Nachfolge des Schwalbenschwanzes (2003), des Feldhasens (2004) und der Zauneidechse (2005) an.
Der Steinbock sei heute zwar ein Symbol für die Alpen, doch dies sei nicht immer so gewesen, rief Pro Natura am Freitag in einer Mitteilung in Erinnerung. 1809, nach der Einführung von modernen Jagdwaffen, war der Steinbock in der Schweiz vorerst ausgerottet.
Wiederansiedlungsversuche zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren zunächst erfolglos, weil die Schweiz von Italien keine Tiere bekam. 1906 wurde dann ein Weg gefunden - allerdings ein illegaler. Wilderer stahlen drei Tiere aus dem Jagdrevier des italienischen Königs Vittorio Emanuele II. und brachten sie in die Schweiz.
Die erbeuteten Jungtiere wurden zuerst in Tierpärke gebracht, wo sie sich vermehrten. 1911 wurden die ersten Steinböcke im Gebiet Graue Hörner im Kanton St. Gallen in die Freiheit entlassen. Inzwischen leben wieder rund 14'000 dieser Tiere in der Schweiz.
Pro Natura habe den Steinbock nicht ohne Grund zum Wappentier gewählt, schreibt die Organisation weiter. Sie habe früher Unterkünfte und Entschädigungen von Wildhütern finanziert, die mit dem Schutz des Steinwildes betraut waren. Dazu habe sich Pro Natura immer wieder für Um- und Wiederansiedlungen stark gemacht.
(sda/muer)
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