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WHO gibt sich bei Schweinegrippe zuversichtlich
Nach Mexiko gibt auch die UNO bei der Schweinegrippe vorläufig Entwarnung. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) habe derzeit nicht die Absicht, wegen der Virusinfektion die höchste Warnstufe 6 auszurufen, sagte UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon.
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WHO-Chefin Margaret Chan ergänzte, es gebe keine Anzeichen, dass die vor allem in Mexiko grassierende Epidemie die Ausmasse der Spanischen Grippe von 1918 annehmen werde. Vor 90 Jahren waren weltweit an die 50 Millionen Menschen gestorben.
Ungeachtet der positiv klingenden Meldungen aus Mexiko warnte Chan vor Sorglosigkeit. «Grippeviren sind sehr unberechenbar, sehr trügerisch», sagte sie. Die Spanische Grippe sei in der ersten Welle ebenfalls sehr milde verlaufen.
Die Bedingungen für die Stufe 6 seien derzeit nicht erfüllt, sagte der WHO-Vize-Chef Keiji Fukuda in Genf. Dazu gehören Mensch-zu-Mensch-Ansteckungen in mehr als zwei Weltregionen. Und auch die Stufe 6 und die Ausrufung der Pandemie sage nichts aus über die Schwere der Krankheit.
Mexiko signalisierte Entspannung. Der Bürgermeister von Mexiko-Stadt, Marcelo Ebrard, kündigte für die nächsten Tage eine Rückkehr zur Normalität an, nachdem das öffentliche Leben weitgehend zum Erliegen gekommen war. Der Epidemiealarm für die Hauptstadt wurde von rot auf die niedrigere Stufe gelb herabgesetzt.
Bars, Restaurants, Kinos und Theater würden aus Sicherheitsgründen aber noch eine Zeit lang geschlossen bleiben. Auch die Regierung gab Entwarnung.
Der Verlauf der Krankheit habe sich beruhigt. «Die Zahl der Fälle geht zurück», sagte Präsident Felipe Calderon. Auch Gesundheitsministers José Ángel Córdova erklärte, der Höhepunkt der Seuche in Mexiko sei überschritten.
Er machte aber auch darauf aufmerksam, dass sich das Virus jetzt regional ausgebreitet habe. Mittlerweile seien in mehr als zwei Drittel der Bundesstaaten Fälle aufgetreten.
US-Gesundheitsministerin Kathleen Sebelius sagte dem Fernsehsender CBS, derzeit schwäche sich die Schweinegrippe zwar ab. Es sei jedoch nicht vorhersehbar, was passiere, wenn das neue Virus in ein paar Monaten mit einer saisonüblichen normalen Grippewelle zusammentreffe.
In den USA wurden bisher aus mehr als der Hälfte der 50 Bundesstaaten Krankheitsfälle gemeldet, ein Schweinegrippe-Patient starb.
In einer per Video aus Genf übertragenen Botschaft an die UNO-Vollversammlung sprach WHO-Chefin Chan von jetzt 1003 Fällen der neuen Grippe H1N1, die in 20 Ländern nachgewiesen worden seien.
Mexiko ist nach WHO-Angaben mit fast 600 Fällen und 25 Toten am schwersten betroffen. Mexikos Gesundheitsminister Córdova seinerseits sprach am Montag von 701 Infizierten. Davon seien 26 gestorben.
Aus Sorge vor einem Übergreifen der Krankheit auf Tierbestände haben weltweit 20 Länder die Einfuhr von lebenden Schweinen, Schweinefleisch, Rindern, Geflügel, Futtermittel und tierischem Samen untersagt.
Vom Importverbot sind vor allem Mexiko, die USA und Kanada betroffen. Im Handel mit Schweinefleisch werden jährlich weltweit etwa 26 Milliarden Dollar umgesetzt. WHO-Direktorin Chan bezeichnete Handelsbeschränkungen als übertrieben.
(ap/widm)
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