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WHO: Tamiflu nur für Risikopatienten
Obwohl die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor einer explosionsartigen Verbreitung des Schweinegrippe-Virus warnt, sollen zuerst nur Risikogruppen mit dem Grippemittel Tamiflu behandelt werden.
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Nach einer Empfehlung der WHO brauchen Menschen, bei denen die Krankheit mild verläuft keine antiviralen Medikamente wie Tamiflu. Anders sieht es bei den Risikogruppen aus. Dazu gehören der Organisation zufolge Kinder unter fünf Jahren, Schwangere, Menschen über 65 und Personen mit Herzbeschwerden, Diabetes oder HIV.
Die neue Empfehlung der WHO steht im Widerspruch zu den Anweisungen der Gesundheitsministerien einiger Länder, darunter Grossbritannien. Dort wird Tamiflu an alle ausgegeben, die möglicherweise an Schweinegrippe erkrankt sind.
In den kommenden zwei Jahren könnten gemäss WHO bis zu zwei Milliarden Menschen an der Schweinegrippe erkranken, das ist fast ein Drittel der Weltbevölkerung. In den nächsten Monaten werde die Verbreitung des Virus' massiv zunehmen und auch mehr Menschen das Leben kosten, sagte der WHO-Direktor für die Region des westlichen Pazifik, Shin Young Soo. In vielen Ländern könnten sich die Fallzahlen alle drei bis vier Tage verdoppeln.
Shin forderte die Regierungen daher zu raschem Handeln auf. Gleichzeitig warnte der WHO-Experte, dass vor allem Entwicklungs-und Schwellenländer gefährdet seien, weil ihre Gesundheitssysteme schlecht ausgestattet und unterfinanziert seien.
Nach Angaben der WHO hat das Schweinegrippe-Virus bis vergangene Woche fast 1800 Menschen das Leben gekostet. Die meisten Patienten erholen sich der Organisation zufolge nach einer Infektion aber ohne ärztliche Behandlung binnen einer Woche.
An der jährlichen «gewöhnlichen» Influenza sterben jedes Jahr mehrere Tausend Menschen.
(sda/ammu)
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