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Krankenkassen übernehmen Tamiflu
Ab dem 1. August wird Tamiflu, das Mittel, das die Schweinegrippe im Zaum halten soll, kassenpflichtig. Jedoch nicht für Schwangere. Die Krankenkassen müssen das Medikament vergüten, wenn Grippekranke im Spital behandelt werden, bei chronisch Kranken, Bewohnerinnen und Bewohnern von Alters- und Pflegeheimen, Kindern und über 65-Jährigen.
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Das Bundesamt für Gesundheit BAG hat eine entsprechende Meldung der «SonntagsZeitung» bestätigt.
Obwohl Schwangere zur Risikogruppe gehören, wird Tamiflu bei ihnen nicht von der Kasse übernommen. Als Grund dafür gibt Patrick Mathys, Leiter der Pandemievorbereitungen beim BAG an, dass vom Schweizerischen Heilmittelinstitut die Zulassung von Tamiflu für Schwangere und Kleinkinder bis drei Jahren «im Moment nicht freigegeben» wird.
Für diese beiden Risikogruppen gilt laut Swissmedic-Sprecher Joachim Gross eine sogenannte Kontraindikation. Dies bedeutet, dass ein Arzt die Abgabe des Mittels genau abwägen muss.
Von den Krankenkassen übernommen werden soll auch der Impfstoff. Noch immer ist aber unklar, wann die 13 Millionen Dosen Impfstoff, die der Bund für 84 Millionen Franken bei den Konzernen Novartis und Glaxo Smith Kline bestellt hat, eintreffen werden. Das BAG hofft auf Lieferungen im Herbst.
Befürchtungen wonach es zu einem Lieferengpass des Stoffes kommen wird und die Schweiz den Impfstoff erst in zweiter Linie erhalten soll, wies das BAG zurück. «Das sind nur Spekulationen», sagte ein Sprecher.
Laut dem Krankenkassenverband Santesuisse wurden im Bezug auf die Präpandemie-Impfung Verträge mit der Gesundheitsdirektorenkonferenz gemacht. In diesen ist die Entschädigung geregelt. So sei vorgesehen, dass die Kantone Massenimpfungen organisierten. Diese seien massiv günstiger, als wenn immer ein Arzt konsultiert werden müsste, und würden von den Kassen übernommen.
Die Führungshoheit liege aber beim Bund. Trotz den Massnahmen werde es aber nicht zu einem wie in mehreren Medienberichten befürchteten Prämienschub um zwei bis drei Prozente kommen. In der heutigen Situation seien diese Vermutungen massiv zu hoch.
So habe das BAG die Kosten in einer Pandemie-Studie zwar mit rund 400 Millionen Franken beziffert. Momentan werde aber von einer milden Grippe gesprochen und man könne nicht von den maximalen Zahlen ausgehen. Zudem betreffe ein Teil der 400 Millionen Franken Spitalbehandlungen, welche nicht über die Prämienrechnung laufen würden. Einen anderen Teil bezahlten die Patienten aus eigener Tasche.
Besonders in der gegenwärtigen Ferienrückreisezeit wird mit einem erhöhten Schweinegrippe-Risiko gerechnet. Anstecken kann man sich mittlerweile praktisch überall. «Schon länger rechnen wir damit, dass das Schweinegrippe-Risiko steigt, da Touristen aus den Ferien in die Schweiz zurückkehren und möglicherweise im Heimatland erkranken», sagt Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit gegenüber der «Tagesschau».
Das BAG empfiehlt Ferienheimkehrern, auf mögliche Grippesymptome zu achten. «Es braucht jedoch nicht in jedem Fall einen Arztbesuch Bei gesunden Leuten mittleren Alters, die nicht zu einer Risikogruppe gehören, werden die Grippesymptome im Normalfall innerhalb einer Woche abklingen», so Koch gegenüber der «Tagesschau» weiter.
(sda/weis/bosy)
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