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Grippewelle umspült Schweiz

Donnerstag, 10. September 2009, 23:43 Uhr, Aktualisiert 11.09.2009, 21:31 Uhr

Die Grippe-Pandemie hat die Schweiz bislang weitgehend verschont. Bisher wurden im Labor 1110 Infektionen mit dem Grippevirus A H1N1 nachgewiesen. Impfen kann sich die Bevölkerung sowohl gegen die saisonale Grippe wie auch gegen die pandemische Grippe.

Eine Laborantin schaut in ein Mikroskop.
Bisher wurden über 1100 Schweinegrippe-Fälle in der Schweiz diagnostiziert. (reuters)

Zwischen diesen beiden Grippetypen gelte es zu unterscheiden, sagte Virginie Masserey, Leiterin der Sektion Impfungen beim Bundesamt für Gesundheit (BAG), am Donnerstag in Bern.

Gegen die saisonale Grippe könne man sich bereits ab nächster Woche impfen, das sei früher als gewöhnlich. Eine Impfung gegen die saisonale Grippe schütze nicht gegen die Schweinegrippe, präzisierte Masserey.

Risikogrupen wie über 65 Jährige, chronisch Kranke und Gesundheitspersonal sollten sich rasch impfen. Dies entlaste die Ärzte, falls sich die Bevölkerung im Oktober gegen die Schweinegrippe impfen lassen wolle. Es sei zur Zeit nämlich unklar, ob man beide Impfungen gleichzeitig vornehmen könne.

Masserey appellierte an die Bevölkerung, Risikogruppen bezüglich der Impfung den Vortritt zu lassen.

Die Bevölkerung sei mittlerweile gut informiert über die Schweinegrippe, sagte Patrick Mathys, Leiter der Sektion Pandemievorbereitungen beim BAG. Eine von DemoScope im Auftrag des BAG im August durchgeführte Umfrage zeige, das mittlerweile 100 Prozent von rund 1000 Befragten den Begriff einordnen könnten oder davon gehört hätten.

Die erste Befragung fand im Juni statt. Damals waren noch drei Viertel der Meinung, die pandemische Grippewelle erreiche die Schweiz nicht. Nun gab die Hälfte der Befragten an, sie sei überzeugt, dass eine Grippewelle auf die Schweiz zukomme.

Weiter habe die Befragung gezeigt, dass sich zwei Drittel der telefonisch Interviewten häufiger die Hände wuschen, sagte Mathys. Die Kampagne des BAG habe ihr Ziel erreicht, «die Leute setzen gewisse Dinge um, die wir gepredigt haben».

Den Fernsehspot des BAG gesehen haben drei Viertel. 95 Prozent waren der Meinung, das BAG habe richtig informiert und 70 Prozent gaben an, dass ihnen die Kampagne gefalle. Deshalb verstärkt das BAG die Information, indem drei neue TV-Spots geschaltet werden. Für Gehörlose gibt es einen speziellen Spot.

Zudem veröffentlicht das BAG in 13 verschiedenen Sprachen eine Broschüre mit den wichtigsten Informationen zum Thema. Interessierte können sich auch im Internet auf www.pandemia.ch informieren, die Seite verzeichnete bislang 4,8 Millionen Aufrufe.

Wie Patrick Mathys weiter sagte, wurden in der Schweiz im Labor bisher 1110 Infektionen mit dem Grippevirus A H1N1 nachgewiesen worden. In 116 weiteren Fällen laufe eine Abklärung, in zusätzlich 1348 Fällen sei eine Infektion möglich.

Seit Juli hätten sich 14'000 Personen aufgrund von Grippesymptomen zum Arzt begeben. In Europa steigen die Fallzahlen nur leicht. Einzig in Frankreich hätte es eine starke Zunahme von 50 Konsultationen pro 100'000 Einwohner auf 83 Konsultationen gegeben, sagte Mathys.

Weltweit schwächt sich die Grippewelle in der südlichen Hemisphäre bereits ab. In Mexiko, Australien und Neuseeland habe sich die Lage normalisiert. In Südafrika dagegen wurde die Spitze noch nicht erreicht. In Saudiarabien hätten die Fälle von 600 sprunghaft auf 4000 zugenommen, sagte Mathys.

(sda/halp)

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