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Chronologie des UBS-Debakels

Mittwoch, 27. Februar 2008, 8:52 Uhr, Aktualisiert 01.04.2008, 19:04 Uhr

Die Probleme der erfolgsverwöhnten UBS gehen auf die Jahre 2005 und 2006 zurück, sind aber erst in den vergangenen zehn Monaten sichtbar geworden. Nachstehend die wichtigsten Etappen des beispiellosen Rückschlags:

3. Mai 2007: Zusammen mit einem Rekordgewinn von 3,2 Milliarden Franken fürs erste Quartal 2007 gibt die UBS einen Handelsverlust von 150 Millionen Franken beim hauseigenen Hedge Funds Dillon Read Capital Management (DRCM) bekannt. Das DRCM-Abenteuer wird nach knapp einem Jahr abgebrochen.

6. Juli 2007: Die UBS löst völlig überraschend Konzernchef Peter Wuffli mit sofortiger Wirkung durch Marcel Rohner ab. Die offizielle Begründung, der Verwaltungsrat habe den Antrag von Präsident Marcel Ospel abgelehnt, Wuffli zu seinem Nachfolger zu machen, wird bezweifelt.

14. August 2007: Die UBS weist einen Rekordgewinn von 5,6 Milliarden Franken für das zweite Quartal aus, verunsichert die Finanzgemeinde aber mit einem diffusen Ausblick auf das zweite Halbjahr.

1. Oktober 2007: Die UBS gibt wegen der US-Hypothekarkrise Abschreibungen von rund vier Milliarden Franken bekannt und kündigt für das dritte Quartal einen Verlust von 600 bis 800 Millionen Franken an. Finanzchef Clive Standish und der Chef der Investmentbank, Huw Jenkins, werden entlassen.

30. Oktober 2007: Die UBS beziffert den Verlust für das dritte Quartal auf 726 Millionen Franken. Die Abschreibungen belaufen sich auf 5,3 Milliarden Franken.

10. Dezember 2007: Die UBS kündigt einen weiteren Abschreiber von rund zehn Milliarden Franken wegen der US-Hypothekarkrise und einen Verlust fürs vierte Quartal an. Die Kapitalbasis soll durch drei Massnahmen um 19,4 Milliarden Franken verstärkt werden. Darunter sind 13 Milliarden Franken, die der Staatsfonds GIC aus Singapur und ein unbekannter Investor aus dem Nahen Osten über eine Pflichtwandelanleihe einschiessen wollen.

30. Januar 2008: Die UBS gibt einen Verlust von 12,5 Milliarden Franken für das vierte Quartal sowie von 4,4 Milliarden Franken für das ganze Jahr 2007 bekannt. Die Abschreibungen für das zweite Halbjahr wegen der Hypothekenkrise steigen auf 21,3 Milliarden Franken.

1. Februar 2008: UBS-Präsident Ospel lehnt in einem Aktionärsbrief Anträge auf eine Sonderprüfung und eine Kapitalerhöhung unter Einbezug der bestehenden Aktionäre ab.

14. Februar 2008: Die UBS bestätigt den Jahresverlust von 4,4 Milliarden Franken. Konzernchef Rohner stellt auch für 2008 ein schwieriges Jahr in Aussicht. Die UBS-Aktie stürzt auf den tiefsten Wert seit viereinhalb Jahren ab.

21. Februar 2008: Der UBS-Verwaltungsrat gibt dem Druck auf Präsident Ospel nur teilweise nach. Ospel wird zur Wiederwahl vorgeschlagen. Die Amtszeit für alle Verwaltungsräte wird aber von drei auf ein Jahr verkürzt, und Ospel soll mit dem Fiat-Chef Sergio Marchionne ein nebenamtlicher Vizepräsident zur Seite gestellt werden.

27. Februar 2008: Die ausserordentliche Generalversammlung stimmt der Kapitalerhöhung und der Aktiendividende zu und lehnt den Ethos-Antrag auf Sonderprüfung knapp ab.

14. März 2008: Ethos verzichtet nach Zusicherungen der UBS für umfassende Information über die EBK-Untersuchung auf die gerichtliche Durchsetzung der Sonderprüfung.

1. April 2008: Die UBS kündigt nach weiteren Abschreibungen von 19 Milliarden Franken einen Reinverlust von rund zwölf Milliarden Franken für das erste Quartal 2008 an. Ospel kündigt seinen Rücktritt auf die GV vom 23. April an.

(ap/sprm)