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13 Milliarden für die UBS

Mittwoch, 27. Februar 2008, 10:44 Uhr, Aktualisiert 04.03.2008, 14:21 Uhr

Die a.o. Generalversammlung dauerte sieben Stunden

Ausländische Geldgeber werden 13 Milliarden Franken in die UBS investieren. Die Aktionäre haben Ja zu allen Vorschlägen des Verwaltungsrats gesagt. Die von Ethos vorgeschlagene Sonderprüfung wurde abgelehnt. Trotzdem kritisierten viele der 6454 Aktionäre den VR-Präsident Marcel Ospel scharf.

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Turbulenzen bei UBS-GV

Die UBS-Aktionäre haben die geplante Kapitalerhöhung der UBS mit 687'277'681 gegen 599'188'040 Stimmen angenommen. Ein Investor aus dem Nahen Osten wird 2 Milliarden Franken in die UBS investieren. Der andere Geldgeber ist eine Investment Management-Gesellschaft namens Government of Singapore Investment Corporation Pte. Ltd (GIC). Diese wird 11 Milliarden Franken einschiessen.

Trotzdem war die Stimmung unter den Aktionären angeheizt. Gelächter, Pfiffe und Buhrufe waren immer wieder zu hören. Die Votanten waren enttäuscht, traurig oder gar aggressiv.

Ausgewählte Wortmeldungen zum dritten Traktandum «Kapitalerhöhung» finden Sie hier .

In der Diskussion um das dritte Traktandum fielen immer wieder die gleichen Fragen: Die Aktionäre waren skeptisch im Bezug auf die ausländischen Investoren.

Ferdinand Christian Moser fragte beispielsweise: «Der UBS-Slogan sagt: 'UBS - you and us'. Wir wissen, wer 'us' ist, aber wir wissen nicht, wer 'you' ist. (...) Ich würde mich freuen, wenn Sie etwas zu den zwei Parteien [Investoren] sagen könnten.»

VR-Präsident Ospel antwortete ihm darauf: «Die Vertreter aus Singapur sind nicht hier. Der Investor aus dem Nahen Osten ist auch nicht hier. Es handelt sich hier um jemand von erstklassiger Adresse. Wir haben über die Offenlegung seiner Identität gesprochen und er möchte zum jetzigen Zeitpunkt nichts sagen. Er hätte auch keine 3 % am UBS-Aktienkapital, also muss er nach hiesigem Recht auch nichts sagen [Der unbekannte Investor aus dem Nahen Osten hätte ca. 1,6 % des Kapitals).»

Die UBS-Aktionäre hiessen die Ausschüttung einer Dividende aus neuen Aktien statt einer Dividende in Bargeld gut. Damit haben sie das zweite Traktandum mit 671'465'286 gegen 31'759'857 Stimmen klar angenommen.

Die Aktionäre stimmten damit der Schaffung von genehmigtem Kapital im Umfang von höchstens fünf Prozent des ausgegebenen Aktienkapitals zu.

Das erste Traktandum der GV, der Antrag der Anlagestiftung Ethos auf eine Sonderprüfung des Milliardenabschreibers wurde von den Aktionären mit 363'771'934 zu 314'065'169 Stimmen abgelehnt. Das absolute Mehr lag bei 352'944'860 Stimmen.

Dominique Biedermann von Ethos äusserte sich vor der Abstimmung zum Traktandum: «Wir halten an der Sonderprüfung fest. Die Sonderprüfung soll alle 10 Fragen von Ethos umfassen. (...) Wir fordern deshalb die Prüfung durch externe Experten. Eine Ablehnung [einer Sonderprüfung] hat schwerwiegende Konsequenzen für die UBS.»

Die Aktionärin Brigitta Moser klagte an: «Vor einem Jahr orientierte ich Sie über die Risiken der US-Immobilienkrise, als noch niemand von Subprime-Krise sprach. Der Grund der UBS-Krise ist der nicht überraschende Zusammenbruch des US-Hypothekenmarktes. (...) Warum wurden die Investmentbanker trotz des Milliarden-Verlustes mit 200 Mio. Dollar belohnt? (...) Das FBI [US-Bundespolizei] untersucht 14 im Subprime-Markt involvierte Firmen - Gehört die UBS auch dazu? (...) Sollte nicht, Herr Ospel, Ihre Strategie der kurzfristigen Gewinnmaximierung geändert werden? (...) Weshalb braucht die UBS 13 Mrd. Dollar von Investoren, wenn Sie doch 12 Mrd. Dollar Boni verteilt hat?»

Ospel antwortete Moser: «Risiko- und Liquiditätskontrollsystem besteht. Die Investmentbanker, die das mitverursacht haben, arbeiten nicht mehr für die UBS. (...) Von einem Einsatz des FBI haben wir keine Kenntnis.»

Gestern noch hatte Minder seine «Abzocker»-Initiative eingereicht, heute wollte er Marcel Ospel persönlich sprechen. Nach seinem Votum auf der Bühne ging er auf Ospel zu und wollte ihm eine Kopie des Obligationenrechts übergeben. Dabei wurde er sofort von Sicherheitsleuten aufgehalten und weggeführt. Darauf ging auch Ospel hinter die Bühne und sagte nach seiner Rückkehr: «Das war eine Verkettung unglücklicher Ereignisse». Es tue ihm leid.

«Mir macht die Art und Weise, wie unser Unternehmen von dieser Marktkrise betroffen wurde, schwer zu schaffen,» sagte Ospel in seiner Eröffnungsrede.

«Umso mehr sind wir zutiefst enttäuscht, dass es uns nicht gelungen ist, die Marktsignale im amerikanischen Immobilienmarkt frühzeitig zu erkennen. So frühzeitig, dass die Zeit für entsprechende Gegenmassnahmen ausgereicht hätte, um UBS aus dem Sturm herauszuhalten, der über die Finanzmärkte gerast ist,» sagte Ospel an seiner Eröffnungsrede.

Die UBS hatte für die ausserordentliche Generalversammlung offiziell mit 5000 Aktionären und über 100 Medienvertretern gerechnet. Das sind doppelt so viele wie sonst bei einer ordentlichen UBS-GV. Da 6454 Aktionäre anwesend waren, war die Veranstaltung die grösste Generalversammlung der Schweiz aller Zeiten.

(sf/sprm)

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