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«Welcher Obama wird regieren?»
Presseschau der US-Online-Medien
Barack Obamas Wahl zum 44. Präsidenten der USA schreibt Geschichte. Darüber sind sich die Kommentatoren der Online-Ausgaben mehrerer US-Zeitungen einig. Es herrscht Freude über die einmalige Chance auf Wandel und den Weg zurück zu alten Idealen. Gewisse Kommentatoren heben mit Hinblick auf die Zukunft aber auch den Mahnfinger.
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- USA wählen den Wandel
- Emotionale Rede in Chicago
- Obama: «Ich werde ehrlich sein»
- Ready for «Take over»
- Russland gratuliert Obama nicht
- Keine Obama-Party an der Wallstreet
- McCain unterstützt nun Obama
- Mehrheit für Demokraten im Repräsentantenhaus
- «Obama spricht wie wir»
- Demokraten legen im US-Senat zu
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Die «Chicago Tribune» - die Zeitung aus Barack Obamas Heimatstadt - streicht in ihrer Online-Ausgabe die historische Bedeutung der Wahl hervor. Sie weist auf die zeitliche Nähe von Obamas Amtseinführung und dem Geburtstag Abraham Lincolns hin. Seine Wahl sei eine bewegende Verteidigung der Ideale, auf die das Land basiere.
Auch die «Washington Post» weist auf die geschichtliche Bedeutung der Wahl hin: «Während sich manche Beobachter noch die Augen reiben, werden sich die Amerikaner ihre gegenseitige Wahrnehmung hinterfragen müssen: Sind die Staaten wirklich blau (demokratisch) oder rot (republikanisch)? Sind die Vororte wirklich weisse Mittelklass-Enklaven? Sind die Städte wirklich Ödland für die Armen?»
Vielleicht habe die Generation des 21. Jahrhunderts nun ihren ersten Präsidenten gefunden - und vielleicht werde die politische Landkarte des Landes durcheinandergewirbelt, so die «Washington Post» weiter. Mit der Wahl des ersten schwarzen Präsidenten könne die USA nun jedenfalls einen jener Flecken auswischen, für den die Amerikaner sich gegenüber anderen Ländern hätten schämen müssen.
Die «New York Times» ergründet, warum Obama das Rennen gemacht hat. «Hillary Clinton hat so sehr Präsidentin werden wollen, dass sie ihre Haltung verlor» - und John McCain habe seine eigenen Prinzipien aufgegeben. Erst im Moment der Niederlage «schien McCain wieder der Senator zu sein, den wir lange für seinen Dienst an das Land und seinen Willen zum Kompromiss geschätzt haben.»
McCains Aufruf, den neuen Präsidenten Obama zu unterstützen sei ein wichtiger Start, denn die Nation brauche bei den vielen Problemen mehr als einen Mann oder eine Partei als Lösung.
Den Fokus auf die Zukunft setzt auch die «LA Times»: «Welcher Barack Obama wird regieren?» Obama habe sich einerseits ehrgeizige Ziele für einen Wandel gesteckt. Andererseits wolle er ein Mediator sein, der Kompromisse mit den Republikanern sucht. Der neue Präsident werde Angesichts der anstehenden Probleme wenig Zeit haben, um ungestört auf die versprochene Balance für das Land hinzuarbeiten.
Die «Dallas News» aus George W. Bushs Heimat Texas haltet den Mahnfinger hoch: Obama werde vom ersten Tag an als Krisenmanager fungieren und riesige Erwartungen erfüllen müssen. Den Test, ob er sein Amt in eine andere Richtung lenken kann, als dies sein Vorgänger Bush getan hatte, werde er erst noch bestehen müssen. Schliesslich verweist die Zeitung gerade auf Obamas Vorgänger: «Manchmal wenn du gewinnst, verlierst du auch.»
(sf/frua)
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