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Keine Obama-Party an der Wallstreet

Mittwoch, 5. November 2008, 11:57 Uhr, Aktualisiert 06.11.2008, 12:56 Uhr

International schliessen die Börsen im Minus

Trotz der Aufbruchstimmung in den USA nach dem Wahlsieg von Barack Obama haben sowohl die US- als auch die europäischen Aktienmärkte mit Verlusten geschlossen. Die Schweizer Wirtschaft hegt vor allem wegen des Bankgeheimnisses Befürchtungen gegenüber dem neuen US-Präsidenten Obama.

Börsenmarkler, umgeben von Bildschirmen.
Die Wahl Obamas stösst in der Wirtschaft nicht nur auf Freude. (colourbox/symbolbild)

An der Wallstreet wurde die Euphorie über den Wahlsieg Obamas von Rezessionsängsten überlagert. Der Dow-Jones-Index verlor über 5 Prozent und schloss bei 9139 Punkten.

Der breiter gefasste S&P-500-Index verlor 5,3 Prozent auf 952 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq fiel um 5,5 Prozent auf 1681 Punkte.

Analysten erklärten die Verluste damit, dass die Händler Obamas Sieg längst vorweg genommen hatten. Noch am Dienstag hatte der Dow Jones 3,3 Prozent zugelegt. Sie versuchten nun einen Teil der Gewinne zu Geld zu machen.

SF-Korrespondent Jens Korte an der Wallstreet sieht noch weitere Gründe für das Börsenminus: «Barack Obama hat die Wallstreet immer wieder kritisiert». In seiner Dankesrede etwa sprach Obama davon, dass es nicht sein könne, dass die «Wallstreet» aufblühe, während die «Mainstreet» leide.

Zudem fordert Obama eine höhere Steuer auf Dividenden sowie einen stärkeren Einfluss der Gewerkschaften.

Auch die Schweizer Börse reagierte mit Verlusten. Der SMI tauchte um 3,48 Prozent und ging mit 6177 Zählern aus dem Handel. Viele Anleger hätten auch in der Schweiz nach den teils markanten Kursgewinnen des Vortages ihre Gewinne in Sicherheit gebracht, hiess es.

Zudem hegt die Schweizer Wirtschaft Bedenken gegenüber dem neuen US-Präsidenten. Obama werde Steueroasen wie der Schweiz und Liechtenstein den Kampf ansagen, lautet eine im Vorfeld der Präsidentenwahlen geäusserte Befürchtung. Im Senat hat Obama auch ein entsprechendes Gesetz eingebacht.

Die kritische Haltung gegenüber dem Schweizer Bankgeheimnis wird er wohl auch als Präsident nicht ablegen. «Der Druck auf die Schweiz zum Beispiel bei Regulierungen oder dem Informationsaustausch in Steuerangelegenheiten auf die Schweiz besteht aber schon heute», sagt Thomas Pletscher, Geschäftleitungsmitglied vom Wirtschaftsdachverband Economiesuisse.

(sf/awp/reuters/meip)

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