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Die Wahlmänner haben das letzte Wort
Kreuzchen für Obama oder McCain reicht nicht
Der Wähler hat das letzte Wort, sagt man. In den USA stimmt das nur zum Teil. Denn das allerletzte Wort haben die Wahlmänner. Zumindest bei der Präsidentschaftswahl. Doch wie viele in das Kollegium («Electoral College») gesandt werden, bestimmen die US-Bürger.
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Den Präsidenten der USA wählt das Volk - allerdings indirekt. Am 4. November geben die Wahlberechtigten ihre Stimme für Barack Obama oder John McCain ab und wählen damit gleichzeitig die Liste der Wahlmänner aus ihrem jeweiligen Bundesstaat. Damit bestimmen sie die Zusammensetzung des Wahlmänner-Kollegiums («Electoral College»). Dieses wiederum kürt danach, traditionell am Montag nach dem zweiten Mittwoch im Dezember (in diesem Jahr der 15. Dezember), den Präsidenten. Entscheidend ist es also für Obama und McCain, die Mehrheit der Wahlmänner aus den US-Bundesstaaten für sich zu gewinnen.
Das Wahlkollegium wählt getrennt nach Staaten den Präsidenten und den Vizepräsidenten in geheimer Abstimmung. Dazu kommen die Wahlmänner in den Hauptstädten ihres jeweiligen Staates zur Stimmabgabe zusammen. Die Verfassung schreibt vor, dass die beglaubigten Listen dann an den Sitz der Regierung der Vereinigten Staaten, zu Händen des Senatspräsidenten geschickt werden. Bis zur Verkündung des Ergebnisses vergehen dann noch einmal rund drei Wochen. Erst Anfang Januar beim Zusammentritt des neuen Kongresses wird das Resultat in einer gemeinsamen Sitzung beider Häuser bekannt gegeben.
Nicht überall. Nicht in allen Staaten sind die Wahlmänner daran gebunden, tatsächlich für den Bewerber zu stimmen, für den sie vom Volk in das Gremium entsandt wurden. Es hat bereits in der Vergangenheit Abweichungen gegeben, was aber wegen klarer Mehrheitsverhältnisse in der Endabrechnung keine Rolle spielte. Und: Würden alle Wahlmänner machen, was sie wollen, würden sie sicherlich ein Problem bekommen - mit ihren Wählern.
In der aufgeschalteten Flash-Animation können Umfrage-Resultate und die Schätzung der Wahlmänner pro Bundesstaat in einer Grafik betrachtet werden.
Für die Umfragen werden zufällig ausgewählte Wahlberechtigte, die tatsächlich wählen möchten («likely voters»), telefonisch nach ihren politischen Präferenzen befragt. Darunter natürlich auch die berühmte Frage, wen man als Präsident wählen würde. Dabei gibt es verschiedene Meinungsforschungsinstitute, die laufend landesweit oder in einzelnen Bundesstaaten Umfragen durchführen. Auftraggeber sind meist die Medien. Die Umfragen müssen immer mit einer gewissen Skepsis interpretiert werden, vor allem dann, wenn die beiden Kandidaten nahe beieinander liegen. Für die Flash-Animation werden die landesweiten Umfragen von RealClearPolitics.com ausgewertet - einer unabhängige politische Plattform der USA. Die zahlen aus den einzelnen Bundesstaaten werden von der Forschungsgruppe Wahlen des ZDF geprüft.
Weil letztlich bei der Präsidentschaftswahl die Zahl der Wahlmänner entscheidend ist, werden auch bei den Umfragen der Zwischenstand nach summierten Wahlmänner-Stimmen aus den Bundesstaaten erfasst. Es wird abgebildet, welcher Kandidat in welchem Bundesstaat vorn liegt und so mit den Wahlmänner-Stimmen rechnen kann. In einem zweiten Schritt werden die einzelnen Stimmen zusammengezählt. Zusätzlich wird bei der Darstellung von Umfrageergebnissen auf der USA-Karte meist eine optische Differenzierung vorgenommen, die mit Farbabstufungen zeigt, ob ein Kandidat in einem Bundesstaat deutlich oder knapp führt, oder ob beide Kandidaten tendenziell Kopf an Kopf liegen. Rot steht dabei für die Republikaner, blau für die Demokraten.
(reuters/ap/zdf/kurn)
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