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Umstrittene Website: Offenbar nur ein Scherz
Website-Betreiber meldet sich zu Wort
Tagelang sorgte die Website come-to-switzerland.com mit «Einwanderungstipps» für Deutsche im Zusammenhang mit der Personenfreizügigkeit für rote Köpfe. Nun meldet sich Betreiber Markus Gäthke zu Wort: Das Ganze sei bloss eine Satire gewesen. Überprüfen lässt sich diese Version freilich nicht.
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«Ich möchte die Sache jetzt ein für allemal aufklären: Es werden sich keine Ströme von deutschen Arbeitslosen in die Schweiz ergiessen«, schreibt Gäthke auf der Website. Einen Beratungsdienst für Hartz-IV-Empfänger habe es nie gegeben.
Von den heftigen Reaktionen in der Schweiz zeigt sich Gäthke völlig überrascht. Die Inhalte seien «von Anfang an derart überzogen, das ‚Angebot‘ so absolut unseriös und überteuert, die Texte so beknackt» gewesen, dass jedem hätte klar werden müssen, dass die Seite nicht ernst gemeint sein könne.
Den mehrfach geäusserten Verdacht, die SVP stecke hinter der Seite, weist Gäthke zurück. Er sei weder von Gegnern noch Befürwortern der Personenfreizügigkeit beauftragt worden. Und: «Es stecken auch keine wie auch immer gearteten politischen Gruppierungen aus Deutschland dahinter.»
Verschiedene Zeitungen vermuteten den St. Galler SVP-Nationalrat Lukas Reimann als Urheber. Dieser bestritt stets, etwas mit der Seite zu tun zu haben.
Trotz des Dementi beschuldigte der Wirtschaftsdachverband economiesuisse Reimann der «dubiosen Informationsverbreitung». «Herr Reimann, das ist nicht schweizerischer Stil», warf Economiesuisse dem 26-jährigen Nationalrat in einem Inserat vor.
Reimann kündigte daraufhin eine Klage wegen Ehrverletzung gegen economiesuisse an. Am Freitag erklärte er, er halte an der Klage fest. Die Erklärung Gäthkes wollte Reimann nicht kommentieren.
Website-Betreiber Gäthke schreibt weiter, es sei keineswegs seine Absicht gewesen, den Abstimmungsausgang zu beeinflussen: «Wenn Sie Bürger der Schweiz sind: Bitte treffen Sie Ihre Wahlentscheidung, ohne sich von dem wahnwitzigen Medienzirkus um diese Internetseite beeinflussen oder verwirren zu lassen, treffen Sie die Wahlentscheidung, die Sie für richtig halten und lassen Sie sich dabei durch nichts irre machen.»
Ob die Darstellung Gäthkes stimmt, ist nicht zu überprüfen. Unbestritten ist, dass es zwischen Gäthke und der Webdesign-Firma Chamäleon Media Verbindungen gibt bzw. gab. Die Firma betreibt für Lukas Reimann diverse Websites.
Bei Chamäleon Media entschuldigt sich Gäthke in seiner Stellungnahme dafür, dass die Firma mit seiner Website in Verbindung gebracht worden sei.
(sf/schl)
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