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Neue Lösungen bei Hanf gefordert

Sonntag, 30. November 2008, 18:54 Uhr, Aktualisiert 21:39 Uhr

Entkriminalisierung und Schutz

Die Befürworter der Hanfinitiative überrascht das Nein nicht - sie lancieren bereits eine neue Debatte. Gefordert wird, das Kiffen zu entkriminalisieren und Jugendliche besser vor Cannabis zu schützen.

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Hanf und Betäubungsmittelgesetz

Der Dachverband Schweizer Lehrerinnen und Lehrer (LCH), die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände (SAJV) und die pro juventute, stellten just ein neues Modell vor. Sie schlagen vor, volljährige Kiffer nur noch mit Ordnungsbussen zu bestrafen. Einen Strafregistereintrag gäbe es für sie nicht mehr.

Bei Jugendlichen unter 18 Jahren wollen die Verbände den Schwerpunkt auf Früherkennung und Beratung setzen. Junge Kiffer sollen bei der Jugendanwaltschaft verzeigt werden. Diese kann die Cannabis-Konsumenten verpflichten, einen Suchtpräventionskurs zu besuchen, andere Massnahmen treffen oder das Verfahren einstellen. Das Modell fand bei Befürwortern und Gegnern der Hanfinitiative Anklang.

Die Jungsozialisten (JUSO) wollen auf eine Entkriminalisierung und bessere Prävention hinarbeiten, wie Präsident Cédric Wermuth sagte. Auf nationaler Ebene suche die Jungpartei Koalitionen für ein Bussensystem. Ausserdem hätten die JUSO eine Qualitätskontrolle des Stoffes im Auge und wünschten sich deshalb mobile Testlabors.

Mit Ordnungsbussen für erwachsene Kiffer und Früherkennung bei Jugendlichen werde der Jugendschutz besser und nicht schlechter - wie mit der Hanfinitiative, sagte die Berner SVP-Nationalrätin Andrea Geissbühler. Sie präsidiert das Komitee «Drogen zwei Mal Nein».

Die Grünen dagegen wollen einen anderen Weg, wie Nationalrat Josef Lang (ZG) sagte. Analog der kontrollierten Abgabe harter Drogen könnte in einem Pilotprojekt der Cannabis Konsum befristet freigegeben werden und zugleich die Qualität des Stoffs kontrolliert werden. Dieses Element fehle im Modell der Verbände.

Das Nein zur Hanf-Initiative, die Verankerung der Vier-Säulen-Strategie und der ärztlichen Verschreibung von Heroin an Schwerstsüchtige im Gesetz, öffne den Weg zu einer umfassenden Drogenpolitik. Diese dürfe nicht allein Cannabis, sondern müsse alle psychoaktiven Substanzen erfassen, sagte Bundesrat Pascal Couchepin.

(sda/widb)

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