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Wirtschaft bangt wegen AHV-Initiative
Initiative sei ein Etikettenschwindel
Für die Wirtschaftsverbände geht die AHV-Initiative der Gewerkschaften in die falsche Richtung. Sie befürchten AHV-Zusatzkosten von 1,5 Mrd. Franken, einen Verlust von 150'000 Arbeitskräften und eine faktische Senkung des Rentenalters auf 62.
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Wenn sich Personen mit einem Einkommen unter 120'000 Franken ab 62 Jahren ohne Rentenkürzung pensionieren lassen könnten, komme dies einer Senkung des Rentenalters gleich, hielten drei Verbände vor den Medien in Bern fest. Eine deutliche Mehrheit verdiene unter 120'000 Franken und werde deshalb in Pension gehen.
Mit dem Komitee «Wirtschaft gegen Rentenalter 62» bekämpfen der Gewerbeverband, der Arbeitgeberverband und das Westschweizer Centre Patronal die Gewerkschaftsinitiative «für ein flexibles Rentenalter». Am 30. November wird darüber abgestimmt.
Die Initiative sei ein Etikettenschwindel, stellte Gewerbeverbandspräsident Edi Engelberger gemäss Redetext fest. Sie verwende den Begriff Flexibilisierung, weil dieser beim Volk mehr Akzeptanz finde als Rentenaltersenkung. Vier Mal habe sich das Volk gegen eine Senkung des AHV-Alters ausgesprochen, letztmals 2000.
Bei den Kosten widersprechen die Arbeitgeber ebenfalls. Anstatt wie von den Initianten angegeben rund 800 Mio. Franken, kommen nach ihren Berechnungen Mehrkosten von bis zu 1,5 Mrd. Franken auf die AHV zu. Die Gewerkschaften rechneten bereits mit einem Rentenalter für Frauen von 65 statt 64 Jahren.
Die dadurch notwendige Erhöhung der Lohnbeiträge schade der Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz. Ausserdem würden westliche Länder eher in Richtung einer Erhöhung des Rentenalters gehen. Bei einer Annahme befürchten die Gegner zudem einen Verlust von drei Jahrgängen von Erwerbstätigen (150'000 Personen) auf einen Schlag.
Von Gewerkschaftsseite ertönte geharnischte Kritik an den Arbeitgebern. Diese zögen mit Schlagworten und realitätsfremden Argumenten in den Abstimmungskampf, schrieb die Dachorganisation travail.suisse.
Die Arbeitgeber weigerten sich, ältere Personen zu beschäftigen, hielten der Gewerkschaftsbund SGB und Unia fest. Die Hälfte der 60- bis 64-Jährigen sei nicht mehr erwerbstätig. Wenn die Arbeitgeber unter diesen Umständen ein flexibles Rentenalter ablehnten, sei dies heuchlerisch.
(sda/koua)
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