Inhalt

«Flexibles Rentenalter ist nicht zu teuer»

Montag, 6. Oktober 2008, 15:32 Uhr, Aktualisiert 07.11.2008, 14:52 Uhr

Gewerkschaften befürworten AHV-Initiative

Ein breites Bündnis von Gewerkschaften und Arbeitnehmerverbänden stellt sich hinter die AHV-Initiative. Auch der ehemalige Direktor des Bundesamt für Sozialversicherungen, Otto Piller, sagte, dass die zusätzlichen Kosten für die AHV sehr wohl verkraftbar wären.

Videoplayer
Rentner sollen entscheiden

Das Versprechen eines flexiblen Rentenalters für alle müsse endlich eingelöst werden. Die Frühpensionierung sei heute das Vorrecht der höheren Einkommen, sagte Paul Rechsteiner, Präsident des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB) und SP-Nationalrat.

Normale Arbeiter und Angestellte könnten es sich nicht leisten, vorzeitig in Rente zu gehen. Das sei ungerecht. Versprechen aus Bundesbern für ein flexibles Rentenalter seien immer wieder gebrochen worden, sagte Rechsteiner weiter.

Deshalb habe der SGB die Initiative «für ein flexibles Rentenalter» lanciert: Personen mit Einkommen unter 120'000 CHF sollen sich ab 62 Jahren ohne Kürzung der AHV pensionieren lassen können. Volk und Stände stimmen am 30. November darüber ab.

Auch Otto Piller sagte gegenüber der Tagesschau, dass die Kosten für die AHV bescheiden bleiben würden. «In Frührente würden nur Menschen gehen, die wirklich nicht mehr arbeiten können.»

Piller rechnet mit der Einführung eines flexiblen Rentenalters mit Mehrkosten von rund 800 Millionen Franken. Bei der Überwälzung auf die Lohnprozente ergäbe dies eine Steigerung von 8,4 auf 8,46%, sagte Piller weiter. «Jetzt soll noch jemand behaupten, das sei nicht möglich.» Die AHV sei kerngesund.

Der Bundesrat und die Wirtschaft rechnen hingegen mit Mehrkosten von 1,5 Milliarden Franken. Die Wirtschaftsverbände engagieren sich gemeinsam in einem Nein-Komitee gegen die AHV-Initiative. Sie befürchten, dass die angestrebte Flexibilisierung einer generellen Senkung des Rentenalters gleichkommt.

Dagegen halten die Gewerkschaften, dass die Arbeitgeber gar nicht willens seien, ältere Arbeitnehmer zu beschäftigen, sagte Paul Rechsteiner vor den Medien. Im Ja-Komitee sind neben den beiden Dachverbänden SGB und Travail.Suisse rund dreissig Einzelgewerkschaften und Arbeitnehmerverbände.

(sda/brua)