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Bei diesen 9,2 Prozent seien die massiven Kurseinbrüche von letzter Woche noch nicht berücksichtigt.
Nachdem die AHV-Reserven Anfang Jahr noch über 27 Milliarden Franken betragen haben, belaufen sich die Verluste damit bis jetzt auf deutlich über 2,5 Milliarden Franken. Trotzdem ist Netzer relativ zufrieden: Die AHV habe besser gewirtschaftet als der für sie relevante Benchmark.
«Noch im grünen Bereich»
Längerfristig sei der AHV-Fonds mit seiner Anlagestrategie zudem «immer noch im grünen Bereich», sagte Netzer der Zeitung. Von 2003 bis 2007 hat die AHV mit Aktien, Obligationen, Immobilien und Rohstoffen über 6 Milliarden Franken erwirtschaftet.
«Seit dem 1. Januar haben die Spareinlagen in der 2. Säule um 60 bis 70 Milliarden Franken abgenommen», sagt Pensionskassen-Experte Michael Brandenberger, gegenüber dem «Sonntag».
Geschätzte Buchverluste bei Pensionkassen: 30 Mrd. Fr.
Er schätzt die Buchverluste der Pensionskassen allein in den letzten vier Wochen auf 30 Milliarden Franken. Der Chef der Beratungsfirma Complementa verfügt über Daten von Kassen, die rund 80 Prozent aller Versicherten abdecken. Aufgrund dieser Daten schätzt er, dass mittlerweile rund zwei Drittel der öffentlich-rechtlichen Pensionskassen eine Unterdeckung ausweisen. Zu Jahresbeginn waren es noch 36 Prozent.
Bei den privaten Pensionskassen wuchs die Unterdeckungsquote von 0,5 Prozent auf 33 Prozent an, berichtet der «Sonntag» weiter. Unterdeckung heisst: Die Vorsorgeverpflichtungen übersteigen das vorhandene Vermögen.
Zusätzliche Lohnabgaben möglich
Probleme bereite die Finanzkrise etwa der Pensionskasse des Kantons Basel-Stadt. Die Vorsorgeeinrichtung mit 34'000 Versicherten wurde vom Kanton auf Anfang Jahr mit 1,4 Milliarden Franken ausfinanziert. Der Deckungsgrad wurde damit auf 100 Prozent angehoben, berichtet das Blatt. Aufgrund der Finanzkrise ist der Deckungsgrad nun unter 95 Prozent gefallen, wie Direktor Dieter Stohler bestätigt habe.
Nach kantonalem Gesetz ist die Pensionskasse beim aktuellen Deckungsgrad von unter 95 Prozent verpflichtet, «zwingend Sanierungsmassnahmen» zu treffen. Trotz einem Kantonsbeitrag von über einer Milliarde Franken müssen Versicherte wie Arbeitgeber nun also mit zusätzlichen Lohnabgaben an die Pensionskassen rechnen.
Einnahmeverluste beim Bund: 1 Mrd. Fr. in 2009
Wenn sich das Wirtschaftswachstum stärker als bisher angenommen verlangsamt, könnte der Bund bald wieder in die roten Zahlen rutschen. Dies zeigen Berechnungen der Eidgenössischen Finanzverwaltung, wie die «NZZ am Sonntag» berichtet.
Geht man von einem Nullwachstum im nächsten Jahr aus, würden sich die Einnahmeverluste auf 1 Milliarde Franken im Jahr 2009, 1,8 Milliarden im Jahr 2010, 2,4 Milliarden im Jahr 2011 und sogar 2,9 Milliarden im Jahr 2012 belaufen.
Economiesuisse rechnet mit Minuswachstum
Das ordentliche Budget 2009 und der Finanzplan basieren derzeit noch auf einem realen Wirtschaftswachstum von 1,3 Prozent im nächsten Jahr. Die Zeichen mehren sich jedoch, dass dieser Wert zu hoch sein könnte.
Neuerdings rechnet der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse für 2009 gar mit einer Rezession, also einem Minuswachstum.
Lohnsteigerungen trotz Krise
Trotz milliardenschwerer Verluste an den Börsen und trotz Finanzkrise dürfen sich die Beschäftigten in der Schweiz aber offenbar auf Lohnsteigerungen freuen. Sie werden im nächsten Jahr nominal bis zu 2,5 Prozent mehr Salär erhalten, wie eine eine Umfrage der «SonntagsZeitung» bei den wichtigsten Prognoseinstituten ergab.
Mit den höheren Löhnen verbinden die Konjunkturexperten die Hoffnung, dass die Schweizerinnen und Schweizer weiterhin ihr Geld für Konsumgüter ausgeben. So soll die angeschlagene Wirtschaft vor einem Absturz in die Rezession bewahrt werden. Diese Hoffnungen erweisen sich aber mehr und mehr als falsch.
Wichtige Handelspartner bereits in der Rezession
Die USA und wichtige europäische Handelspartner wie Deutschland, Frankreich oder Italien befinden sich bereits in der Rezession oder stehen kurz davor.
Deshalb sei es nur noch eine Frage der Zeit, bis die stark international ausgerichtete Schweizer Wirtschaft in den Sog dieser Rezessionen gerät, berichtet das Blatt. Denn 55 Prozent des Bruttoinlandprodukt werden hierzulande über Exporte erwirtschaftet.
(sf/halp)
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