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Nein zur sexuellen Gewalt an Kindern

Samstag, 30. September 2006, 20:01 Uhr, Aktualisiert 07.11.2008, 14:56 Uhr

Tausende an der Marche Blanche in der ganzen Schweiz

Über 1000 Personen haben in den Städten Bern, Lausanne und Bellinzona gegen sexuelle Gewalt an Kindern demonstriert. Sie waren einem Aufruf der Organisation Marche Blanche gefolgt.

Ein Demonstrationszug mit vielen weissen Luftballons. Die vordersten Demonstraten halten ein Banner in den Händen. Darauf ist ein grosser Teddybär zu sehen und "Marche Blanche" zu lesen. Ausserdem steht "Kids are not sex toys" darauf.
Die Demonstranten fordern, dass wegen Pädophilie Verurteilte keinen Beruf mit Kindern ausüben dürfen. (Foto von 2003). (keystone)

In Lausanne zählten die Veranstalter rund 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, in Bern einige hundert und in Bellinzona 300. Etwa 200 Motorradfahrer leisten mit einer Ausfahrt von Bern nach Lausanne ihren Beitrag zu den Weissen Märschen.

Die Veranstalter seien zufrieden, sowohl mit der Zahl der Teilnehmenden wie auch mit der Stimmung, sagte Aline Jeanneret, Sprecherin der Organisation Marche Blanche, gegenüber der Nachrichtenagentur SDA.

Mit einer landesweit lancierten Petition verlangt Marche Blanche, dass wegen Pädophilie Verurteilte keinen Beruf mehr ausüben dürfen, der den Umgang mit Kindern bedingt. Weiter dürfe eine solche Tat nicht aus dem Strafregister gelöscht werden, und Täter müssten sich einer Therapie unterziehen.

Die Petition soll eingereicht werden, wenn über die Volksinitiative abgestimmt wird, die die Unverjährbarkeit von kinderpornografischen Vergehen verlangt. Das im August 2004 lancierte Volksbegehren wurde am 1. März 2006 mit über 116'000 beglaubigten Unterschriften bei der Bundeskanzlei eingereicht.

Im Gegensatz zu früheren Jahren gab es an den Weissen Märschen 2006 keine Ansprachen von Politikern und Politikerinnen. Stattdessen baten die Organisatoren Vertreter von Opferhilfevereinen und der nationalen Koordinationsstelle zur Bekämpfung der Internet-Kriminalität (KOBIK) an die Rednerpulte.

Weiter standen Auftritte des Sitten- und Jugendschutzdezernats der Kantonspolizei Waadt sowie des Sittendezernats der Lausanner Stadtpolizei auf dem Programm. Die Polizeivertreter äusserten sich zum Umgang mit Opfern von sexuellen Übergriffen sowie zur Fahndung nach Pädophilen im Internet.

Die Organisation Marche Blanche war 2001 von Eltern gegründet worden. Sie organisiert jeweils im Herbst in mehreren Schweizer Städten Schweigemärsche gegen sexuelle Gewalt an Kindern und engagiert sich für die Sensibilisierung der Öffentlichkeit.

(sda/godc)