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Schwere juristische Vorwürfe wegen Minarett-Initiative

Samstag, 5. Dezember 2009, 14:56 Uhr

Der Initiant des Minarett-Verbots, SVP-Nationalrat Ulrich Schlüer, muss sich von namhaften Schweizer Juristen den Vorwurf der überstürzten Verfassungsänderung gefallen lassen. Das Völkerrecht werde damit relativiert, viele hätten nach einem Gefühl gestimmt und nicht über Minarette an sich.

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Die Juristen denken nun über eine alternative Abstimmung nach. Sie warfen den Initianten um Ulrich Schlüer in verschiedenen Zeitungsinterviews Widerspruch zum Völkerrecht und Leichtfertigkeit im Umgang mit dem Rechtsstaat vor.

«Die Rechte versucht in der Krise, die Demokratie zu verabsolutieren und etwa das Völkerrecht zu relativieren», sagte der Wirtschaftsanwalt Peter Nobel gegenüber dem «Tages-Anzeiger». Die Schweiz sei als Land in einen Sinkflug geraten mit erheblichen Luftlöchern wie der Minarett-Initiative. Dort sacke das Land noch weiter ab, doppelte Nobel nach. Hoffnung auf Veränderung setzt der Wirtschaftsanwalt in einen Generationenwechsel im Bundesrat, wie er weiter sagte.

«Irritiert», zeigte sich auch der Zürcher Völkerrechtsprofessor Daniel Thürer. Das Volk als oberster Verfassungsgeber habe den Text als solchen nicht ernst genommen. «Wir haben über einen konkreten Text abgestimmt, aber viele haben einem allgemeinen Gefühl Ausdruck gegeben», analysierte Thürer im «Bund».

«Wir haben bewusst eine symbolische Frage gewählt»
Ulrich Schlüer, SVP

Das politische System der Schweiz sei jedoch nicht nur negativ, hielt Rechtsprofessor Thürer fest. Die Schweiz habe weltweit eine besondere Stellung: «Hier kommt zum Ausdruck, was die Leute im Gegensatz zu den Regierungen und Parlamenten wirklich denken», sagte der Zürcher Professor. Durchaus Chancen beim Stimmvolk könnte gemäss Thürer ein sogenannter «Toleranzartikel» als Gegenvorschlag zum Minarett-Verbot haben.

In dem Toleranzartikel könnte stehen, dass jede Religion anderen religiösen Auffassungen Respekt bezeugen müsse, schlug er vor. «Man könnte den Toleranzartikel mit einer Übergangsbestimmung versehen, wonach mit seinem Inkrafttreten der Anti-Minarett-Artikel gegenstandslos würde.»

(sda/fasc)

Kommentare aktiv...

U. Rothenbühler, Lützelflüh-Goldbach

Verfasst am: 7.12.2009 23:25

Politik/Rechtsgelehrte..??

Da reisen BRäte mit ihren Rechtsberatern in der... mehr

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R. Seglias, St. Gallen

Verfasst am: 7.12.2009 18:12

Antwort an B.Zbinden:

Sie sollten keine Halbwahrheiten über den Koran... mehr

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B. Zbinden, Muttenz

Verfasst am: 7.12.2009 15:06

G Egli

ich denke wir haben klug und weitsichtig... mehr

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